ChatGPT Ads: Wer schaltet als Erstes?
Kein Umweg über einen Feed, kein Scrollen, keine Unterbrechung. Die ChatGPT-Anzeigen sitzen seit dem 24.08. genau da, unter der Antwort, wo die Entscheidung gerade fällt.
Für uns als Performance-Marketing-Agentur war das der Moment, in dem wir kaum erwarten konnten, sie zu testen. Denn während halb Social Media noch darüber diskutiert, ob man ChatGPT jetzt vertrauen kann oder nicht, ist für uns die eigentlich spannende Frage: Wer schaltet als Erstes?
Warum „abwarten“ hier nicht schlau ist
Eine ChatGPT-Anzeige taucht exakt unterhalb der ChatGPT-Antwort auf, die zur Nutzerfrage passt. Jemand fragt nach dem passenden Familienauto zwischen Verbrenner und E-Auto, direkt darunter steht dann zum Beispiel ein Anbieter für Autostrom-Tarife. Jemand überlegt, was er nach dem Abi studieren soll, darunter erscheint eine Online-Universität.
Wir sind ehrlich: ChatGPT hat bereits die Nutzer. Die Frage ist nicht, ob der Kanal ankommt, sondern wie schnell er sich füllt.
Und genau deshalb zählt gerade Geschwindigkeit. Wer jetzt startet, sammelt Erfahrung und Lerndaten im Hinblick auf den kommenden Monaten. Kommt uns bekannt vor, oder? (Hallo, frühe Google-Ads-Jahre.)
Das Targeting: Von Keywords zu Prompts
Die klassische Suche funktioniert über Schlagwörter. „Laufschuhe Damen.“ Fertig, mehr Kontext gibt’s nicht.
Bei ChatGPT schreibt derselbe Mensch stattdessen: „Ich habe Plattfüße und laufe auf Asphalt. Welche Schuhe passen?“ Und plötzlich steckt im Prompt viel mehr drin, als eine Keyword-Liste je hergeben würde (z. B. das Umfeld und ein ganz konkretes Problem). Genau das sind die Kontexthinweise, die die Ausspielung der Anzeigen steuern.
Ersetzt das jetzt Google Ads?
Nein. Und das ist auch gut so, ehrlich gesagt. Wir würden niemandem empfehlen, sein komplettes Budget in einen zwei Wochen alten Kanal zu verschieben.
ChatGPT Ads erreichen diejenigen, die die Suchmaschine dafür schon gegen den Chat eingetauscht haben. Der Kanal steht also nicht isoliert da, sondern spielt seinen Teil im Media-Mix und sorgt hiermit für zusätzliche Sichtbarkeit.
Und was ist mit der Sichtbarkeit, für die man nicht zahlt?
Eine Anzeige kauft man sich, klar. Aber genauso wichtig ist die Frage: Taucht Ihre Marke auch dann auf, wenn niemand für sie bezahlt?
Denn während die Anzeige unter der Antwort steht, entscheiden die Struktur und der Inhalt Ihrer Seite (sowie Reputationssignale im Net), ob Sie von KI-Systemen wie ChatGPT zitiert werden.
Die beiden Welten schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich: ChatGPT Ads bringt kurzfristige, planbare Sichtbarkeit genau im Entscheidungsmoment. AIO sorgt dafür, dass man auch dort vorkommt, wo keine Anzeige geschaltet ist. Wer beides bespielt, taucht am Ende praktisch zweimal auf derselben Seite auf.
Wenn die eigene Marke in der KI-Suche nicht auffindbar ist, sorgen die Anzeigen für zusätzliche Sichtbarkeit. Und diese zählt: Denn selbst wenn nicht auf die Ad geklickt wird, ist man trotzdem sichtbar.
Kurz gesagt
Ein neuer Kanal, noch nicht überfüllt, mit einer Zielgruppe, die bereits mitten in der Kaufentscheidung steckt. Wir sind bereit, Ihre erste Kampagne zu planen (bevor’s alle anderen tun).
FAQs ChatGPT Ads
Um ChatGPT Ads zu schalten, benötigen Unternehmen das OpenAI Ads Manager. Dort werden Kampagnen erstellt und Budgets festgelegt. Für die Einrichtung sind unter anderem ein OpenAI-Konto, Unternehmensdaten und ein Abrechnungsprofil erforderlich.
Ja. MATTER & LØUT unterstützt Unternehmen bei der Planung, Umsetzung und Optimierung von ChatGPT Ads. Dabei betrachten wir ChatGPT Ads als Teil des bestehenden Media-Mix und empfehlen die passenden Zilegruppen und Optimierungsziele ahand der Ziele des Unternehmens.
Das Targeting orientiert sich stärker an Kontexthinweisen bzw. dem Umfeld der Suche auf ChatGPT. Anders als bei Google Ads basiert das Targeting nicht auf einzelnen Keywords, sondern auf dem Kontext und der konkreten Fragestellung des Nutzers.
Die Kosten für ChatGPT Ads hängen unter anderem von Kampagnenziel, Zielgruppe, Ausspielung und Wettbewerb ab. Eine pauschale Aussage zu den Kosten lässt sich deshalb nicht treffen. Für Kampagnen kann sowohl ein Tagesbudget als auch ein Laufzeitbudget festgelegt werden. ChatGPT Ads ist noch ein vergleichsweise neuer Werbekanal. Schnell mit den ersten Kampagnen zu starten, ermöglicht es Ihnen, früh erste Erfahrungen und Leistungsdaten zu sammeln.
Author: Rudy Winklhofer, Creative Director Strategy & Quality @ MATTER & LØUT
Aus Instagram wird Instagzam
Zehn Jahre lang hat kein Mensch über den Instagram-Schriftzug nachgedacht. Dann hat Meta ihn geändert, und für 48 Stunden hat halb Social Media über nichts anderes geredet.
Am 13. August postete Instagram-Chef Adam Mosseri den neuen Wordmark, gleichzeitig auf Instagram und Threads. Straffer, klarer, immer noch Script. Reaktion: Innerhalb einer Stunde stand fest, die App heißt jetzt „Instagzam“. Weil das neue R so eng am G klebt, dass halb Instagram es als Z liest. (Give me a f****** break!!!) Willkommen im wohl kleinsten und unwichtigsten Skandal, den die Social Media Welt dieses Jahr gesehen hat.
Was sich wirklich geändert hat (Spoiler: das Logo bleibt)
Bleiben wir kurz sachlich, bevor wir zum eigentlich interessanten Teil kommen. Es ist ausschließlich der Wordmark, also der Schriftzug, kein neues Logo. Das App-Icon, der bunte Gradient-Square auf dem Homescreen, bleibt unverändert, der Verlauf wird künftig aber sparsamer eingesetzt. Dazu kommen gleich drei neue Schriftfamilien: eine überarbeitete Instagram Sans für den Alltag, Instagram Pen als handschriftliche Variante und Instagram Mono für technische Kontexts. Der Rollout läuft global und gestaffelt, das heißt kein harter Cutover an einem Stichtag, sondern App-Icon, Ads, Templates und Co. werden über Monate nachgezogen, laut Meta bis weit ins Jahr 2026 hinein und darüber hinaus.
Die offizielle “Erklärung” – man könnte es auch Rechtfertigung nennen
Design-Direktorin Cynthia Pratomo beschreibt das neue System sinngemäß als Hintergrund-Akteur, der den Creators die Bühne überlässt statt selbst aufzufallen. Product-Design-Direktorin Jasmine Probst erzählt, das Team habe Hunderte Richtungen durchgetestet und sei am Ende wieder bei der Handschrift gelandet, weil Script eben Individualität transportiert. Mosseri selbst nennt den neuen Schriftzug „cleaner and more modern, with references to the original“
Alles valide. Alles auch: ziemlich viel Design-Sprech für eine Sache, die man in einem Satz erklären könnte.
Nun zur Kirche im Dorf
Denn seien wir ehrlich: Es gab keinen zwingenden Grund, den Wordmark jetzt zu ändern. Instagram lief 2025 nicht schlechter, weil das R nicht eng genug am G klebte. Die „Zeit war reif“-Erzählung, die man bei praktisch jedem Rebrand hört, ob bei Facebook 2023, bei Threads gleich zweimal, oder jetzt bei Instagram, ist fast immer dieselbe Geschichte in neuem Anzug.
Let’s keep the church in the village: Vielleicht saßen ein paar Leute im Meta-Designteam einfach zehn Jahre lang jeden Tag vor demselben Loop-Schriftzug und hatten irgendwann keinen Bock mehr drauf. Das ist ein völlig legitimer Grund. Man muss ihn nur nicht als große strategische Notwendigkeit verkaufen. Marken dürfen sich auch einfach mal frisch machen wollen, ohne dass gleich die Zielgruppe, der Zeitgeist oder die Unternehmensmission dafür herhalten muss.
Instagzam, give me a break
Und dann die Aufregung. Ja, das R-G-Problem ist technisch real, eine waschechte Kerning-Kollision, die bei kleinen Größen und im Print noch unangenehmer wird. Als Kritik an der Lesbarkeit vollkommen berechtigt.
Aber mal ehrlich: Bei 3 Milliarden Nutzern findet sich für jede noch so kleine Typo-Entscheidung jemand, der sie zerlegt. Das war bei Facebooks Blau-Update 2023 genauso, „kaum sichtbar anders“ wurde damals seitenweise zerredet. Es ist praktisch ein Naturgesetz geworden: großer Player ändert kleines visuelles Detail, Internet dreht kurz durch, zwei Wochen später hat es niemand mehr auf dem Schirm. Instagzam wird in einem Jahr eine Trivia-Frage sein, kein Kapitel in einem Krisenkommunikations-Lehrbuch.
Wichtigstes Take away bzw. konkret heißt das für die Praxis:
- Nicht jeder Change braucht eine Origin-Story: Manchmal ist „wir hatten keine Lust mehr auf das Alte“ der ehrlichste und völlig ausreichende Grund für ein Refresh. Man muss nicht jede Entscheidung in eine Markenmission verpacken.
- Kleine Assets nutzen sich ab, auch bei Milliarden-Marken: Ein Wordmark, ein Icon, eine Farbe, das sind keine heiligen Kühe. Zehn Jahre sind eine lange Zeit für dieselbe Type, das gilt für euer Kunden-Logo genauso wie für Instagram.
- Kritik im Netz ist kein Referendum: Ein lauter Shitstorm in den ersten 48 Stunden sagt wenig darüber aus, ob eine Entscheidung richtig war. Aushalten, beobachten, nicht sofort zurückrudern.
Fazit
Instagram hat an einer Schrift gedreht, die kaum jemand bewusst wahrgenommen hat, bis sie sich änderte. Die Erklärung dazu war größer als nötig, die Aufregung danach auch. Am Ende bleibt trotzdem ein simpler, guter Punkt übrig: Manchmal muss man Marken einfach mal auffrischen, ohne großes Trara, ohne perfekte Rechtfertigung. Good job and thanks, Instagram.
Der Schriftzug ist neu. Der Nutzer scrollt weiter. Genau das war der Plan.
Author: Rudy Winklhofer, Creative Director Strategy & Quality @ MATTER & LØUT
Seit heute (2. August 2026) müssen wir KI-Inhalte kennzeichnen. Kommt jetzt wieder eine nervige die Abmahnwelle?
Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Übersetzt heißt das:
- Deepfakes,
- KI-Bilder,
- KI-Stimmen und
- bestimmte KI-Texte
müssen als solche erkennbar sein. Klingt nach Bürokratie-Gewitter und 15-Millionen-Bußgeld. Aber, let’s keep the church in the village. So heiß, wie gerade gekocht wird, wird am Ende nicht gegessen. Zumindest jetzt noch nicht.
Trotzdem lohnt sich der Blick, denn ein bisschen was ändert sich wirklich. Und ein paar Dinge sollten unsere Kunden ab sofort auf dem Schirm haben.
Das „Problem“ in einem Satz
Menschen sollen erkennen können, wenn sie mit KI reden oder KI-gemachte Inhalte sehen. Das ist der ganze Kern von Artikel 50. Für uns als Agentur zählt vor allem Absatz 4: Wer Deepfakes oder synthetische Bilder, Stimmen und Videos veröffentlicht, muss das offenlegen. Weil wir KI-Tools einsetzen, gelten wir im Sinne der Verordnung als „Betreiber“. Damit sind wir mit in der Pflicht.
Das Wichtige vorweg: Es geht nicht darum, jedes Tool zu verbieten. Es geht nur darum, ehrlich zu sein, wenn etwas künstlich erzeugt wurde und echt wirken soll.
Worauf wir und vor allem unsere Kunden achten sollten
Die gute Nachricht: Der Alltag ändert sich weniger, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Man muss nur wissen, wo die Linie verläuft.
Kennzeichnen müssen wir, wenn etwas künstlich erzeugt ist und real wirken soll:
- Fotorealistische KI-Bilder von Menschen, Orten oder Produkten
- Geklonte oder synthetische Stimmen in Voice-Overs, Testimonials, Jingles
- KI-Videos mit Avataren, Face-Swaps oder Lip-Sync
- Chatbots und Voicebots, die wir für Kunden bauen (der Nutzer muss wissen, dass er mit KI spricht)
Unkritisch bleibt der Normalfall. Hier greift die Pflicht meistens nicht:
- Standardbearbeitung wie Farbkorrektur, Zuschnitt, Retusche oder Freistellen, solange sich die Aussage nicht wesentlich ändert
- KI als Werkzeug im Prozess, also Ideenfindung, Moodboards, interne Rohentwürfe
- Redaktionell geprüfter Text, sobald ein Mensch drüberschaut und die Verantwortung trägt (unser Tagesgeschäft)
- Offensichtlich illustrative oder künstlerische Visuals, die niemand für echt hält
Die Faustregel für die Grauzone: Sobald ein KI-Element echt wirken soll und eine reale Person, ein reales Produkt oder einen realen Kontext betrifft, wird gekennzeichnet. Im Zweifel lieber ein Label zu viel als eins zu wenig.
Und ein Punkt, der gerne vergessen wird: Klärt früh, wer verantwortlich ist. Wir in der Produktion oder der Kunde bei der Veröffentlichung? Das gehört ins Angebot oder in den Vertrag, nicht in ein Streitgespräch drei Wochen nach Launch.
Was passiert, wenn man es ignoriert?
Wichtigstes Take away bzw. konkret heißt das für die Praxis:
Auf dem Papier klingt es drastisch. Verstöße gegen die Transparenzpflichten aus Artikel 50 können mit bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Für kleinere Unternehmen und Start-ups gilt der jeweils niedrigere Deckel. Durchgesetzt wird das von den nationalen Aufsichtsbehörden.
Jetzt der Realitätscheck, und hier kommt die Kirche zurück ins Dorf:
- Die Bußgelder sind Obergrenzen, keine Automatik. Es gilt Verhältnismäßigkeit. Niemand zahlt 15 Millionen für ein fehlendes „KI-generiert“ unter einem Instagram-Post.
- Die zuständigen Aufsichtsbehörden sind in vielen Ländern noch im Aufbau. Eine flächendeckende Kontrolle am Tag eins ist schlicht nicht realistisch.
- Der größere Hebel für uns ist ohnehin nicht das Bußgeld, sondern das Vertrauen. Ein aufgeflogenes, nicht gekennzeichnetes KI-Testimonial kostet mehr Reputation als jede Behörde je an Strafe verhängen würde.
Kurz: kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, sauber zu arbeiten.
Zwei Beispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Das KI-Testimonial für die Premiumuhr.
Erinnert ihr euch an den gutverdienenden Single aus Frankfurt-Sachsenhausen aus unserem letzten Beitrag? Sagen wir, für genau diese Uhrenmarke produzieren wir eine Kampagne mit einem KI-generierten „Kunden“, der die Uhr lobt. Fotorealistisch, sympathisch, komplett synthetisch. Das ist der Klassiker für eine Kennzeichnungspflicht. Die Person wirkt echt, ist es aber nicht. Also braucht es einen klaren Hinweis wie „Künstlich erzeugte Darstellung. Keine reale Aufnahme.“ Auf die Kreativ-Ausnahme für Kunst und Satire kann man sich hier nicht verlassen, denn der Spot soll ja gerade glaubwürdig sein.
Beispiel 2: Der Chatbot auf der Kunden-Website.
Wir bauen für einen Kunden einen Support-Bot in den Funnel. Ab sofort reicht ein einfacher Satz zu Beginn: „Hallo! Du chattest mit einem KI-Assistenten.“ Das war’s. Kein Rechtsgutachten, keine kryptische AGB-Klausel im Footer. Der Hinweis muss nur bei der ersten Interaktion sichtbar sein und in normaler Sprache stehen. Aufwand: eine Zeile Text. Wirkung: Pflicht erfüllt.
Mini-Checkliste für Kunden (vor jeder Veröffentlichung)
- Wirkt es echt und ist es KI? Wenn ja, kennzeichnen. Deepfakes, KI-Stimmen, fotorealistische KI-Bilder, Avatare.
- Redet eine KI mit Menschen? Chatbot oder Voicebot bekommt einen Hinweis bei der ersten Interaktion.
- Nur Standardbearbeitung oder rein intern? Dann meist kein Label nötig.
- Label klar und sichtbar platzieren: erste Caption-Zeile, erster Frame, Spot-Anfang. Nicht im Footer verstecken.
- Einfache Sprache statt Juristendeutsch: „KI-generiert“ reicht völlig.
- Verantwortung klären: Wer labelt, wer veröffentlicht? Vorher festhalten.
- Tool-Wasserzeichen und Metadaten drinlassen, nicht wegretuschieren.
Fazit
Der 2. August ist kein Stichtag für die große Abrechnung, sondern für ein bisschen mehr Ehrlichkeit im Marketing. Wer sowieso sauber arbeitet, redaktionell prüft und nichts Künstliches als echt verkauft, muss kaum etwas ändern. Ein Label hier, ein Einstiegssatz beim Chatbot dort, fertig.
Die 15-Millionen-Schlagzeile ist ein Schreckgespenst, das aktuell noch niemand füttert. Die Behörden sortieren sich, die Verhältnismäßigkeit bleibt. Es wird also nicht so heiß gegessen, wie gerade gekocht wird.
Aber, und das ist der eigentliche Punkt: Transparenz ist kein Risiko, sondern ein Vorteil. Wer offen sagt, dass KI im Spiel war, wirkt souverän statt ertappt. Und Souveränität konvertiert bekanntlich besser als jede Ausrede.
Der Riese Regulierung ist noch am Aufwachen. Nutzen wir die Zeit, bis er richtig wach ist.
Author: Rudy Winklhofer, Creative Director Strategy & Quality @ MATTER & LØUT
Warum Googles E-E-A-T für AI Search wichtiger ist denn je
KI-Suche definiert gerade das “Search Behaviour”. Und demnach auch, wie Inhalte gefunden, bewertet und zitiert werden. Damit rückt ein Prinzip stärker in den Fokus, das im SEO schon lange wichtig ist: Googles E-E-A-T. Was früher vor allem als Qualitätsrahmen für klassische Google-Rankings galt, wird heute auch zu einem entscheidenden Faktor für Sichtbarkeit in AI Search, AI Overviews und generativen Antwortsystemen.
Für Unternehmen, Marken und Publisher bedeutet das einen klaren Strategiewechsel. Nicht mehr nur die Frage, ob Inhalte ranken, steht im Mittelpunkt, sondern auch, ob sie als vertrauenswürdige Quelle in KI-Antworten auftauchen. Also zitierte werden. Genau hier entfaltet E-E-A-T seine neue Relevanz.
Aber, let’s keep the church in the village. Es ist ja nicht so, dass das alles neu wäre. E-A-T (mit einem E) hat Google bereits 2016 vorgestellt. Also vor 10 Jahren. Vieles davon sollte sich ja schon durch gesetzt haben in der UX-, UI- und Development-Welt.
Was E-E-A-T eigentlich bedeutet
E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Gemeint ist damit die Frage, ob ein Inhalt auf echter Erfahrung basiert, fachlich fundiert ist, von einer anerkannten Quelle stammt und insgesamt vertrauenswürdig wirkt.
Google hat dieses Prinzip entwickelt, um die Qualität von Inhalten besser einordnen zu können. Gerade bei Themen mit hoher Relevanz für Gesundheit, Finanzen, Recht, Technologie oder andere sensible Bereiche spielt das eine wichtige Rolle. Aber auch darüber hinaus ist E-E-A-T längst zu einem Maßstab für hochwertige Inhalte geworden.
Im Kern geht es darum, Nutzern nicht nur Antworten zu liefern, sondern verlässliche Antworten. Genau diese Logik wird in einer KI-getriebenen Suchwelt noch wichtiger.
Wichtigstes Take away bzw. konkret heißt das für die Praxis:
AI Search funktioniert anders als die klassische Suche. Statt einer Liste von Links liefern Systeme quasi schon direkt formulierte Antworten, Zusammenfassungen oder Empfehlungen. Dadurch verschiebt sich der Wettbewerb: Nicht nur das Ranking ist relevant, sondern auch die Auswahl als Quelle.
Wer in KI-Antworten vorkommt, gewinnt Sichtbarkeit auf einer neuen Ebene. Das bedeutet aber auch, dass Inhalte stärker kuratiert und verdichtet werden. Generische Texte ohne klare Autorität oder fachliche Tiefe haben es schwerer, in diesen Antworten berücksichtigt zu werden.
Für Marken heißt das: Sichtbarkeit entsteht zunehmend nicht mehr nur über Klicks, sondern über Zitationen, Erwähnungen und die Rolle als vertrauenswürdige Referenz. E-E-A-T wird damit zu einem indirekten, aber sehr wichtigen Hebel für AI Search.
E-E-A-T als Signal für Zitierfähigkeit
In einer KI-gestützten Suchumgebung ist nicht jeder Inhalt gleich wahrscheinlich, als Quelle genutzt zu werden. Vertrauenswürdige Inhalte mit klarer fachlicher Einordnung, nachvollziehbarer Autorenschaft und belastbaren Belegen haben bessere Chancen, berücksichtigt zu werden.
Besonders wichtig sind dabei sichtbare Signale wie ein kompetenter Autor, eine klare Positionierung der Marke und eine saubere Quellenlage. Inhalte, die Erfahrung und Fachwissen konkret zeigen, wirken glaubwürdiger als austauschbare Standardtexte.
Genau hier liegt die Verbindung zwischen E-E-A-T und KI-generierten Antworten: Je klarer die Qualitäts- und Vertrauenssignale, desto besser die Chance, in der neuen Suchlogik sichtbar zu werden.
Welche Inhalte besonders profitieren
Am stärksten profitieren Inhalte, die echte Substanz liefern. Dazu gehören Fachartikel, in denen Wissen nicht nur behauptet, sondern auch eingeordnet und angewendet wird. Auch Case Studies und Erfahrungsberichte sind besonders wertvoll, weil sie Experience direkt sichtbar machen.
Ratgeber mit hoher inhaltlicher Tiefe funktionieren ebenfalls gut, wenn sie nicht oberflächlich bleiben. Entscheidend ist, dass sie konkrete Fragen beantworten, nachvollziehbare Argumente liefern und eine klare Struktur haben.
Ebenso wichtig ist die Autorenschaft. Inhalte wirken deutlich stärker, wenn klar ist, wer sie verfasst hat, welche Kompetenz dahintersteht und warum diese Person oder Marke ein glaubwürdiger Absender ist.
Was Unternehmen konkret tun sollten
- Autorensignale klar sichtbarer machen. Dazu gehören vollständige Autorenprofile, nachvollziehbare Fachkompetenz und ein klarer Bezug zur Praxis. Je transparenter die Herkunft eines Inhalts, desto stärker sein Vertrauenseffekt.
- Außerdem lohnt es sich, fachliche Tiefe konsequent vor generischem Content zu priorisieren. Inhalte sollten nicht nur Keywords bedienen, sondern echte Probleme lösen, Beispiele liefern und fachlich belastbar sein. Das erhöht nicht nur die Qualität, sondern auch die Relevanz für KI-Systeme.
- Hinzu kommt die Arbeit am Brand Trust. Dazu zählen ein konsistentes Content-System, starke Offpage-Signale, Erwähnungen in relevanten Medien und eine technisch saubere Website. AI Search bewertet Inhalte nicht isoliert, sondern im Kontext der gesamten Marke.
E-E-A-T ist kein Allheilmittel
So wichtig E-E-A-T auch ist: Allein reicht es nicht aus. Technische Qualität, semantische Klarheit und eine gute Content-Struktur bleiben weiterhin entscheidend. Wer Inhalte zwar fachlich stark, aber schlecht aufbereitet veröffentlicht, verschenkt Sichtbarkeit.
AI Search verlangt deshalb ein Zusammenspiel aus Inhalt, Marke und Technik. Erst wenn diese drei Ebenen zusammenpassen, entsteht ein belastbares Sichtbarkeitssystem. E-E-A-T ist dabei ein zentraler Baustein, aber eben nicht der einzige.
Gerade für Unternehmen, die langfristig in organische Sichtbarkeit investieren wollen, ist diese Perspektive wichtig. Es geht nicht um einzelne Rankings, sondern um die Fähigkeit, als vertrauenswürdige Instanz wahrgenommen zu werden.
Fazit
E-E-A-T wird im AI Search Kontext noch wichtiger, weil Vertrauen und Qualität immer stärker über Sichtbarkeit mitentscheiden. Inhalte, die echte Erfahrung, Fachwissen und Glaubwürdigkeit zeigen, haben bessere Chancen, in KI-Antworten berücksichtigt zu werden.
Wer heute in glaubwürdige Inhalte investiert, stärkt damit nicht nur SEO, sondern auch die eigene KI-Sichtbarkeit. E-E-A-T ist deshalb kein altes SEO-Muster, sondern ein Prinzip mit Zukunft.
P.S. Gerade für Branchen wie Hospitality bzw Tourismus wird Zitierbarkeit von Content zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Warum? Weil KI-Agenten immer häufiger nicht nur informieren, sondern direkt den gesamten Buchungsprozess anstoßen und steuern. Wenn deine Inhalte in den relevanten Antworten, Empfehlungen und Zusammenfassungen nicht auftauchen, existierst du für den Agenten praktisch nicht. Und was nicht zitiert wird, wird auch nicht gebucht. Die klare Botschaft lautet deshalb: Wird dein Hotel nicht zitiert, bucht der Agent auch dein Hotel nicht.
Author: Rudy Winklhofer, Creative Director Strategy & Quality @ MATTER & LØUT
Addressable TV: Der schläfrige Riese wachte auf. Just zur WM
Die “Hydration Break” hatte weniger mit dem Wohl der Spieler zu tun als mit dem Wohlbefinden der FIFA-Bilanz.
Offiziell schützten die neuen Trinkpausen bei der WM 2026 die Spieler vor der Hitze in den USA, Mexiko und Kanada. Und ja, 35 Grad in Kansas City sind kein Spaß. Aber, let’s keep the church in the village, 624 (!) zusätzliche Werbeminuten über das gesamte Turnier sind ein bemerkenswerter Nebeneffekt. Die FIFA peilt für 2026 einen Gesamtumsatz von 8,9 Milliarden Dollar an, TV-Rechte machen 44% davon aus. Chapeau, Gianni.
In Deutschland kostet ein 30-Sekunden-Spot beim ZDF während der WM-Trinkpause rund 1.200 € pro Sekunde. Reichweite satt, aber eben auch: Streuverlust satt. Und genau hier beginnt die eigentlich spannende Geschichte.
Gleiche Pause. Andere Werbung.
Stell dir zwei Haushalte vor, die beide Deutschland gegen Spanien schauen:
- Haushalt A: Familie mit Kindern in München-Schwabing: Sieht in der Trinkpause Werbung für einen regionalen Freizeitpark.
- Haushalt B: Gutverdienender Single in Frankfurt-Sachsenhausen: Sieht eine Anzeige für eine Premiumuhr.
Gleiches Spiel. Gleiche Pause. Völlig andere Botschaft, aber präzise zugeschnitten, ohne Streuverlust.
Willkommen bei Addressable TV (ATV): Über HbbTV-fähige Smart-TVs können Werbetreibende Spots datenbasiert auf bestimmte Zielgruppen ausspielen. Nach Region, Haushaltsgröße, Kaufverhalten oder Interessen. Anbieter wie ProSiebenSat.1 vermarkten das Format seit über zehn Jahren. Was lange ein Nischen-Produkt für Media-Nerds war, macht heute bereits 24% des deutschen Werbemarkts (Linear und CTV kombiniert) aus.
Was Marketer daraus lernen können auch ohne ATV-Budget
Hier liegt der eigentliche Wert dieser Geschichte und er gilt für jeden Marketer, unabhängig vom Mediabudget:
Das Prinzip schlägt das Produkt. Ob Addressable TV, Social Ads oder E-Mail-Kampagne, wer dieselbe Botschaft an alle schickt, verschenkt Relevanz (und Conversion-Chancen). Die WM macht das nur besonders sichtbar, weil der Kontrast so extrem ist: Millionenreichweite trifft auf Einzelhaushalt.
Wichtigstes Take away bzw. konkret heißt das für die Praxis:
- Segmentierung vor Schaltung: Bevor ein Budget freigegeben wird, sollte die Frage stehen, nicht „wie viele?“ sondern „welche?“ Zielgruppen.
- Kontext schlägt Volumen: Ein regionaler Mittelständler, der zur WM lokal targetiert, holt mit 5% des Budgets eines Großsponsors mehr heraus, insbesondere wenn er den richtigen Haushalt anspricht.
- Relevanz ist keine Frage der Budgetgröße: Das Targeting-Denken, das hinter Addressable TV steckt, ist dasselbe, das gute Kampagnen auf Meta, Google oder DOOH auszeichnet. Der Kanal ist austauschbar. Die Haltung nicht.
Fazit
Die WM 2026 war ein Brennglas und vor allem aber Innovationstreiber. Sie zeigte, wie weit klassisches TV-Massenmarketing und modernes, datengetriebenes Targeting noch auseinanderliegen. Dieses Turnier zeigte, wie groß die Chance ist, beides klug zu verbinden. Wer 1.200 € pro Sekunde für einen generischen Spot ausgibt, kauft Anwesenheit. Wer Addressable TV denkt, oder auch nur so denkt, kauft Relevanz und vielleicht im nächsten Schritt sogar Conversions.
Und Relevanz konvertiert besser als jedes Trikot-Testimonial. Das dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben.
Die WM endete am 19. Juli. Der Riese ist wach. Die Frage ist nur, ob die Marketer schnell genug aufstehen.
Author: Rudy Winklhofer, Creative Director Strategy & Quality @ MATTER & LØUT
EXPÄND INTO THE LÄND
Als Kreativagentur lieben wir es, Marken zu entwickeln, die nicht nur auffallen, sondern auch die DNA unserer Kunden einfangen. Unser jüngstes Projekt für das Land Baden-Württemberg war dabei ein echtes Highlight: Mit der neuen Marke EXPÄND INTO THE LÄND haben wir nicht nur den digitalen Auftritt neu gestaltet, sondern auch einen innovativen Meilenstein im Bereich Künstliche Intelligenz gesetzt.
Was macht die Marke so besonders?
Die alte Investorenplattform bw-invest wurde durch eine moderne und dynamische Marke ersetzt, die internationale Investoren anspricht und die Vorzüge Baden-Württembergs als Wirtschaftsstandort auf den Punkt bringt. Der Slogan „It has never been easier to EXPÄND into Germany“ unterstreicht die Einfachheit und Attraktivität, sich in der Region anzusiedeln. Neben Informationen zu Schlüsselbranchen wie GreenTech, Quantentechnologie und IKT bietet die Plattform Erfolgsgeschichten und neueste Wirtschaftsdaten. So wird klar: Baden- Württemberg ist nicht nur ein Standort – es ist die Innovationsregion Nr. 1 in Europa.
KI trifft Branding: Unser Tool WAIKI
Ein besonderes Highlight des Projekts war die Entwicklung der KI-Lösung WAIKI. Unsere hausinterne Technologie ermöglicht es Investoren, schnell und unkompliziert auf relevante Informationen zuzugreifen. Egal, ob es um Standortdaten, Brancheninformationen oder Dienstleistungen geht – WAIKI liefert die Antworten in einem intuitiven Chat-Format. Dieser Ansatz setzt neue Maßstäbe in der Kommunikation und spiegelt den Innovationsgeist Baden-Württembergs wider. Als erste Wirtschaftsförderungsgesellschaft Deutschlands, die eine solche Lösung einsetzt, beweist BW_i, dass digitale Innovation in allen Bereichen möglich ist.
Unsere Learnings aus dem Projekt
Dieses Projekt hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Verbindung von Kreativität und Technologie ist. Vom Branding über das Design bis hin zur KI-Lösung war es eine enge Zusammenarbeit zwischen unserem Team, dem Land Baden-Württemberg und allen Beteiligten. Marie Dolzer, unsere Projektleiterin, beschreibt es treffend: „Es war inspirierend zu sehen, wie unser Team mit Leidenschaft und Innovationskraft eine Marke geschaffen hat, die weltweit Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.“
Warum wir stolz sind
Die Marke EXPÄND INTO THE LÄND steht nicht nur für eine zukunftsorientierte Strategie Baden-Württembergs, sondern auch für unsere Vision als Agentur: Marken schaffen, die begeistern, und Technologien entwickeln, die Mehrwert schaffen. Dieses Projekt zeigt, dass wir nicht nur kreative Ideen liefern, sondern diese auch mit technischen Lösungen verbinden können.
Neugierig geworden?
Wir freuen uns, dass wir ein Teil dieses Projekts sein durften und laden euch ein, die neue Plattform hier selbst zu entdecken. Und wenn ihr ähnliche Projekte plant, freuen wir uns darauf, auch eure Visionen Wirklichkeit werden zu lassen!
B2B Social Media: Mehr als nur Posts
In der digitalen Ära, in der soziale Medien eine dominierende Rolle in der Unternehmenskommunikation spielen, stößt man auf ein verbreitetes Missverständnis: Die Annahme, dass effektives Social Media Management im B2B-Bereich ohne tiefergehendes Know-how möglich sei. Zahlreiche Firmen unterschätzen oft die Komplexität der Pflege ihrer Social Media Präsenz, was in einer ineffektiven Außendarstellung resultiert. Eine maßgeschneiderte, auf die Zielgruppe abgestimmte Social Media Strategie ist heute mehr denn je erforderlich, um den dynamischen Marktanforderungen zu entsprechen und die Kluft zwischen Vertrieb und Marketing zu schließen. Die Tatsache, dass 46% der B2B-Einkäufer ihren Kaufentscheidungsprozess auf Social Media Plattformen starten, unterstreicht die unverzichtbare Rolle dieser Kanäle. Social Media im B2B-Kontext dient weniger dem direkten Verkauf, sondern der Lead-Generierung und der Positionierung als Branchenführer durch wertvolle Inhalte. Die erfolgreiche Integration von Social Media Strategien kann eine Brücke zwischen Vertrieb und Marketing bilden, Nachfrage generieren und schlussendlich zu einem Anstieg von Geschäftsabschlüssen beitragen.
Die Fehleinschätzung von Social Media im B2B-Bereich
Die anekdotischen Aussagen von Geschäftsführern, dass „Social Media ja kein Hexenwerk sei“ und daher an weniger erfahrene Mitarbeiter delegiert werden kann, zeigen eine riskante Verkennung der Realität. Diese Sichtweise ignoriert die strategische Tiefe, die für eine erfolgreiche Markenkommunikation in sozialen Netzwerken erforderlich ist. Es mangelt nicht nur an Verständnis für die Feinheiten der Unternehmens- und Zielgruppenansprache, sondern auch an Kenntnissen darüber, wie man Social Media Plattformen effektiv und für die Lead-Generierung nutzt. Ein kritischer Blick auf etliche Unternehmensprofile offenbart schnell: Viele sind ohne tiefergehende Strategie ins Leben gerufen worden – ein deutliches Zeichen für den Mangel an professionellem Know-how.
Die Bedeutung einer zielgruppenorientierten Social Media Strategie
Es herrscht ein merkwürdiger Widerspruch: Viele Unternehmen erkennen die Notwendigkeit einer auf ihre Zielgruppe maßgeschneiderten Social Media Strategie an, übergeben aber paradoxerweise die Zügel ihrer Online-Präsenz an Auszubildende bzw. nicht an Fachkräfte. Diese verstehen zwar die Grundlagen sozialer Netzwerke, aber oft fehlt ihnen das Wissen, um die spezifischen Bedürfnisse einer Unternehmenszielgruppe auf diesen Plattformen effektiv anzusprechen. Dies erfordert spezialisiertes Know-how, welches weit über die private Nutzung von Social Media hinaus geht. Jemand der einen Creator Account über die eigene Person oder den eigenen Hund hat, ist nicht automatisch dafür geeignet ein Unternehmen, vor allem im B2B Sektor, zu betreuen.
Der Kaufprozess in B2C und B2B
Im B2B-Bereich ist Social Media weniger ein direktes Verkaufstool, sondern vielmehr dazu gedacht, qualifizierte Leads zu generieren. Die Aufgabe von Social Media im B2B-Kontext ist es, das Interesse potenzieller Kunden zu wecken und sie mit wertvollen Informationen zu versorgen. Dies belegen Studien, wie z.B. vom Marktforschungsunternehmen Gartner. Rund 46 % der B2B-Einkäufer starten ihre Entscheidungsfindung auf Social Media. Die Customer Journey im B2B-Segment ist ein Marathon und kein Sprint – im Gegensatz zum B2C, wo die Zielgruppe immer wieder „Snackable Content“ fordert. Und nein, damit meine ich keine 20-sekündigen Reels, denn auch hier zeichnet sich ein deutlicher Trend bei den Plattformen ab.
Paradigmenwechsel: Von Quantität zu Qualität
Der Trend zu längeren und qualitativ hochwertigen Inhalten zeigt, dass die Zeit des schnellen und oberflächlichen Konsums sich dem Ende neigt. Plattformen wie Instagram erkennen an, dass längere Reels eine tiefere Nutzerbindung ermöglichen. Auch bei TikTok gibt es die Möglichkeit Videos mit einer Länge von bis zu 30 Minuten zu teilen. Dieser Wandel betont die Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung auf Inhalte, die der Zielgruppe einen substantiellen Nutzen bieten.
Also, ist Social Media ein Muss für jedes B2B-Unternehmen?
Ja! Aber nicht jede Plattform ist für jedes Unternehmen geeignet. Es gilt, die Kanäle sorgfältig zu wählen – Ihr Social Media Auftritt ist schließlich ein Vertriebskanal, der genauso individuell sein sollte wie Ihr B2B-Geschäft. Nicht jede Marketing-Aktivität passt zu jedem Unternehmen, aber jede sollte einen Return of Invest erzeugen. Social Media verkauft Ihr Produkt im B2B-Bereich nicht direkt, bietet aber eine unschätzbare Chance, Vertrauen bei Ihrer Zielgruppe aufzubauen und wertvolle Leads zu generieren.
Doch um diesen digitalen Erfolgsweg zu beschreiten, bedarf es Ihrer Expertise gepaart mit dem Fachwissen eines versierten Social Media Profis. Dieses Know-how können Sie durchaus intern aufbauen. Aber ich verspreche Ihnen: Die Kombination Ihrer Unternehmensexpertise mit unserem umfassenden Know-how im Social Media Bereich bildet die Grundlage für Ihren Erfolg. Mit 12 Jahren Erfahrung und zahlreichen Projekten mit B2B-Unternehmen sind wir bestens gewappnet, um Ihr Unternehmen mit einer maßgeschneiderten Social Media Strategie zu unterstützen. Kontaktieren Sie uns, um gemeinsam zu ermitteln, welche Plattformen für Ihr Unternehmen am sinnvollsten sind – denn die richtige Antwort ist definitiv nicht „alle“.
Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in a nutshell
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das am 28. Juni 2025 in Kraft tritt, ist eine bedeutende legislative Initiative, die darauf abzielt, die Barrierefreiheit in der digitalen Welt umfassend zu verbessern. Hierbei geht es darum, dass alle digitalen Produkte und Dienstleistungen, die öffentlich zugänglich sind, so gestaltet werden müssen, dass sie von jedem Menschen genutzt werden können. Das Internet wird dadurch zugänglicher für alle, und Unternehmen können sich über einen größeren Kundenkreis freuen – eine Win-win-Situation! Über das Thema Barrierefreiheit im Internet und dessen Relevanz in der Webentwicklung haben wir bereits im Jahr 2022 informiert. Dies stellt mittlerweile eine zwingende Anforderung dar. Im Folgenden erläutern wir die relevanten Inhalte sowie etwaige Neuerungen.
Was ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz?
Das BFSG setzt die EU-Richtlinie 2019/882, bekannt als European Accessibility Act (EAA), in deutsches Recht um und zielt darauf ab, die Zugänglichkeit von Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen. Es legt Mindestanforderungen an die Barrierefreiheit für eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen fest, einschließlich digitaler Technologien und Dienstleistungen wie Websites, mobile Anwendungen und e-Commerce-Plattformen. Besonders wichtig ist, dass auch bestehende Produkte und Dienstleistungen angepasst werden müssen, wenn sie über diesen Stichtag hinaus angeboten werden.
Welche Produkte und Dienstleistungen fallen unter das BFSG?
Unter das BFSG fallen nicht generell alle Produkte und Dienstleistungen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Anwendungsbereich ist deckungsgleich mit der Richtlinie (EU) 2019/882, die das Gesetz umgesetzt hat. In § 1 Absatz 2 und 3 BFSG werden alle Produkte und Dienstleistungen genannt, die in den Anwendungsbereich fallen.
Produkte, die unter das BFSG fallen, sind unter anderem:
- Computer, Notebooks, Tablets, Smartphones, Mobiltelefone
- Selbstbedienungsterminals wie Geldautomaten, Fahrausweis- und Check-in-Automaten
- Fernsehgeräte mit Internetzugang
- E-Book-Lesegeräte
- Router
Dienstleistungen, die unter das BFSG fallen, sind unter anderem:
- Telekommunikationsdienste
- E-Books
- auf Mobilgeräten angebotene Dienstleistungen (inklusive Apps) im überregionalen Personenverkehr
- Bankdienstleistungen
- Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr
- Personenbeförderungsdienste (für Stadt-, Vorort- und Regionalverkehrsdienste nur interaktive Selbstbedienungsterminals)
Warum ist Barrierefreiheit wichtig?
Barrierefreiheit ist nicht nur eine gesetzliche Anforderung, sondern auch ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil. Eine barrierefreie Website verbessert die Nutzererfahrung für eine breite Nutzerbasis, einschließlich Personen mit temporären oder situativen Einschränkungen, wie z.B. eine verlegte Brille oder Sonnenlicht auf dem Display. Die Einhaltung der Barrierefreiheitsstandards führt zu besser strukturiertem und klarerem HTML, was wiederum die technische SEO verbessert und zu schnelleren Ladegeschwindigkeiten führt.
Technische Anforderungen und Standards
Kernstück der Umsetzung sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), die in ihrer neuesten Version (2.2) und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) spezifische technische Kriterien vorgeben. Diese umfassen Anforderungen an die visuelle Darstellung, die Bedienbarkeit, die Verständlichkeit und die Robustheit digitaler Inhalte, um sicherzustellen, dass sie von Personen mit unterschiedlichen Arten von Behinderungen genutzt werden können. Diese Standards bieten detaillierte Kriterien für die Zugänglichkeit, die von minimalen Anforderungen (Level A) bis zu den umfassendsten (Level AAA) reichen.
Inwiefern sind Websites vom Barrierefreiheitsstärkungsgesetz betroffen?
Websites fallen nicht pauschal unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, aber sie müssen barrierefrei gestaltet sein, wenn bestimmte Dienstleistungen bzw. Produkte angeboten werden. Dazu gehören:
Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr
Websites, die Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, müssen den Anforderungen des BFSG entsprechen. Dies umfasst alle Arten von E-Commerce-Plattformen und Online-Shops. Laut § 2 Nummer 26 BFSG geht es um den Abschluss von Verbraucherverträgen, wie etwa der Kauf von Produkten.
Bankdienstleistungen für Verbraucher
Websites, die Online-Banking oder andere Bankdienstleistungen anbieten, müssen ebenfalls barrierefrei sein. Diese Dienstleistungen sind in § 2 Nummer 24 des BFSG definiert und umfassen jegliche Form von Online-Finanztransaktionen.
Weitere betroffene Dienstleistungen
Neben den offensichtlichen E-Commerce- und Bankdienstleistungen müssen eventuell auch Websites, die Buchungs- oder Kontaktformulare anbieten, barrierefrei gestaltet sein. Das BFSG definiert dies als „Dienstleistungen der Telemedien“, die über Webseiten oder mobile Apps bereitgestellt und auf Anfrage von Verbrauchern abgeschlossen werden.
Anforderungen an die Barrierefreiheit
Unter dem BFSG müssen betroffene Websites sicherstellen, dass:
- Informationen zur Barrierefreiheit der angebotenen Produkte und Dienstleistungen klar bereitgestellt werden.
- Interaktive Funktionen wie Identifizierung, Authentifizierung und Zahlungsprozesse für alle Nutzer zugänglich, bedienbar und verständlich sind.
- Technische Standards wie die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.2) und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) eingehalten werden, um sicherzustellen, dass alle Aspekte der Website barrierefrei sind.
Welche Kriterien sollen für eine barrierefreie Webseite erfüllt sein?
Die wichtigsten Aspekte kennen Sie bereits: responsives Design, ausreichender Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe, Textgröße (oder anpassbare Textgröße) und Schriftarten, Alternativtexte für Bilder, Untertitel für Videos und Audiodateien sowie der Verzicht auf Blinken und Blitzen. Zudem kommen einige, teilweise neue Faktoren dazu:
- Alle Funktionen, die zur Bedienung eine Wisch- bzw. Ziehbewegung erfordern, benötigen eine Alternative, die mit Klicken oder Tippen funktioniert.
- Elemente, die den Tastaturfokus erhalten, müssen immer zumindest teilweise sichtbar sein.
- Zeitbegrenzungen für einzelne Interaktionen müssen für alle Menschen ausreichen sein oder die Zeitdauer bei gesteuerten Medien veränderbar sein.
- Formulare müssen leicht zu bedienen sein und auch in Textform erläutert werden.
- Links und Schaltflächen müssen eine Mindestgröße von 25 x 25 px haben und über die Tastatur bedienbar sein.
- Screenreader-Kompatibilität muss vorhanden sein.
- Der Content sollte in leichter oder einfacher Sprache geschrieben sein.
- Hilfe in Form von Kontaktdaten, einem Kontaktmechanismus oder einem Selbsthilfeangebot muss an einheitlicher Stelle auf jeder Seite angeboten werden (ausgenommen hiervon ist Hilfe auf Schnittstellenebene, kontextbezogene Hilfe und Funktionen wie Rechtschreibprüfungen oder Anleitungen).
- Werden kognitive Funktionstests innerhalb eines Authentifizierungsprozesses verwendet, muss eine der folgenden Kriterien erfüllt werden:
- alternative Authentifizierungsmethode zur Verfügung gestellt;
- ein Mechanismus zur Verfügung gestellt, der die Benutzer: innen bei der Durchführung unterstützt;
- der Funktionstest besteht darin, Objekte zu erkennen;
- der Funktionstest besteht darin, persönliche Inhalte zu identifizieren, die die Nutzer: innen der Webseite bereitgestellt haben.
- Ihre Webseite muss eine barrierefrei zugängliche „Erklärung zur Barrierefreiheit“ erhalten, mit Informationen darüber, wie Sie die Barrierefreiheit sicherstellen, sowie die Teile der Webseite / des Onlineshops beschreiben, die nicht barrierefrei sind.
- Ihre Webseite muss eine Kontaktmöglichkeit bieten, über die Nutzer: innen Barrieren melden können.
Tools zur Selbstkontrolle
Wir teilen einige Tools mit Ihnen, mit denen Sie einige Grundregeln selbst kontrollieren können. Nichtsdestotrotz weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass eine juristische Überprüfung Ihrer Webseite oder Ihres Onlineshops auf jeden Fall sinnvoll ist.
Herausforderungen und rechtliche Beratung
Die Umsetzung dieser Anforderungen kann komplex sein. An vielen Stellen bleibt das Gesetz noch undurchsichtig. Welche Interaktionsmöglichkeiten auf Websites und Apps im Endeffekt genau davon betroffen sind, lässt sich aktuell nur schwer definieren. Es kann notwendig sein, bestehende Websites grundlegend zu überarbeiten und kontinuierlich zu pflegen, um den gesetzlichen Standards zu entsprechen. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, rechtliche Beratung hinzuzuziehen, um sicherzustellen, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Daher an dieser Stelle der Hinweis, dass es sich hierbei nicht um eine rechtliche Beratung bzw. Empfehlung handelt. Weitere Informationen zum Thema finden Sie u.a. hier, hier oder hier.
Fazit
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz bringt umfangreiche Anforderungen für Websites mit sich, die bestimmte Dienstleistungen anbieten. Unternehmen sollten frühzeitig beginnen, ihre digitalen Angebote anzupassen, um sicherzustellen, dass sie den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und allen Nutzern zugänglich sind. Die Investition in Barrierefreiheit ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch eine Chance, die Reichweite und Zufriedenheit der Nutzer zu erhöhen. Gern unterstützen wir Sie dabei Ihre Website barrierefrei zu gestalten.
Blauer Himmel
Stellt euch einen Himmel vor, so blau wie eine klare Sommermittagssonne, und das jeden Tag. Wünschen wir uns das nicht alle? Aber Hand aufs Herz, wer in Deutschland nutzt eigentlich schon Bluesky? Anscheinend wenige… Oder kennt ihr wirklich jemanden, der Bluesky tatsächlich nutzt? Bluesky startete mit einem Knall, ähnlich einer Silvesterparty – lange Vorbereitung, hohe Erwartungen, Einladung erforderlich und dann, zack, vorbei. Aber beginnen wir von vorn!
Was genau ist Bluesky?
Bluesky ist das neue, ambitionierte Projekt von Twitter (vor Musk) und entwickelt derzeit das AT-Protokoll (Authenticated Transfer Protocol) – ein innovatives Protokoll, das frischen Wind in die sozialen Medien bringen und mehr Freiheit sowie Effizienz bieten soll. Es könnte den Social-Media-Spielplatz neu definieren. Stellt euch vor, das Internet würde zu seinen Wurzeln zurückkehren, als jeder noch seinen eigenen Blog betrieb oder per RSS-Feed seinen Interessen folgte. Das AT-Protokoll, das bald fertig sein soll, ist die Basis für die Bluesky-App, die uns zeigt, wie ein soziales Netzwerk der Zukunft aussehen könnte – frei, unabhängig und kreativ.
Das Dilemma der sozialen Medien
Die herkömmlichen sozialen Netzwerke? Ein bisschen wie ein Club mit strikten Hausregeln. Du bist drin, aber wirklich frei bist du nicht. Wenn du die Plattform wechseln möchtest, fängst du quasi wieder bei null an: Deine Fotos, Videos, Texte und Kontakte bleiben zurück. Wer jahrelang an seiner Community baut, kann sie im Handumdrehen verlieren, wenn die Plattform sich entscheidet, die Spielregeln zu ändern. Und die Entwickler? Die tanzen nach der Pfeife des Plattformbetreibers. Ein aktuelles Beispiel? Die Reddit API – mehr dazu hier. Aber Bluesky will das ändern.
Was macht Bluesky nun konkret anders?
Bluesky und das AT-Protokoll, das übrigens Open-Source ist, verspricht Freiheit durch Dezentralisierung – wie eine gigantische Keksdose, aus der sich jeder bedienen kann, die aber niemand allein kontrollieren kann. Stellt euch vor, ihr könntet eure digitale Welt selbst gestalten, so wie ihr es wollt. Nicht mehr abhängig von den Launen eines einzelnen Netzwerkbetreibers, sondern frei und unabhängig. Mit Bluesky bist du der Chef deiner Daten und verbindest dich so, wie es dir gefällt. Es schafft ein Netzwerk, das den Nutzern die Kontrolle über ihre Daten zurückgibt und die Möglichkeit bietet, diese bei einem Plattformwechsel mitzunehmen. Forscher und Gemeinschaften werden die Möglichkeit haben, sich an der Lösung der Probleme zu beteiligen, mit denen soziale Netzwerke derzeit konfrontiert sind, und Entwickler können mit vielen neuen Formen der Interaktion experimentieren.
Plattformwechsel dank Bluesky leicht gemacht
Ein Konto auf einer zentralisierten Plattform (Facebook, Twitter, TikTok usw.) anzulegen, gleicht dem Umzug in eine fremde Stadt – man richtet sich häuslich ein und knüpft Kontakte, nur um bei einem Umzug alles zurücklassen zu müssen. Bluesky ändert das: Eure Daten und Kontakte ziehen einfach mit euch um. Es ist, als hättet ihr einen universellen Reisepass für alle sozialen Netzwerke. Gefällt dir die Plattform nicht mehr? Kein Problem, pack einfach deine Sachen und zieh um – ohne Verluste.
Ein neuer Stern am Social-Media-Himmel?
Bluesky klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Es bietet Usern ähnliche Funktionen wie Twitter: Posten, Teilen, Liken – und das alles mit dem Extra von Dezentralisierung und Kontoportabilität. Die Suche nach einer Twitter-Alternative treibt immer mehr Leute zu Bluesky. Aber wartet, da ist noch mehr!
Die Ironie hinter der Geschichte? Hinter Bluesky steckt unter anderem der Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey. Bereits 2019 kündigte er das Projekt an. 2021 startete die Initiative, und 2023, im Jahr von Elon Musks Twitter-Übernahme, löste sich Bluesky von Twitter und hat damit nichts mit Elon Musk zu tun – eine interessante Wendung, oder? Seit Februar 2023 ist die App für iOS verfügbar und seit April auch für Android-User. Aber Achtung: Der Zugang ist exklusiv und nur für Mitglieder!
Ein Club, in dem keiner sein will: Clubhouse
Erinnert ihr euch noch an Clubhouse? Das Konzept von Bluesky ähnelt dem, was Clubhouse versuchte und leider nicht ganz schaffte. Neue Mitglieder kommen per Einladungscode oder Warteliste rein. Aber mal ehrlich, wer wartet noch darauf? Der Reiz liegt im Exklusiven: Eine App, die jeder will, aber nicht jeder sofort bekommen kann. Klingt verlockend, oder? Dass die Grundintention dahinter zwar eine andere ist, wird den meisten Usern wohl aber recht egal sein. Der Grundgedanke scheint genial: Eine App zu entwickeln, die so gut ist, dass jeder sie haben will. Die Exklusivität wird sogar noch weitergedacht: Eine App entwickeln, die jeder haben will, aber nicht jeder direkt haben kann! Das ist doch die Idee! Oder?
Clubhouse verfolgte einst denselben Gedanken. Jeder wusste, dass es da einen neuen Stern am App-Himmel gibt. Jeder wollte dabei sein und sehen, was die App alles bot. Und wie lange hat das Spektakel angehalten? Wer von euch nutzt Clubhouse noch aktiv?
Exkurs: Clubhouse ist eine Social-Media-App, die 2020 populär wurde. Nutzer konnten Audio-Chatrooms erstellen und an öffentlichen Diskussionen teilnehmen. Von Technologie bis Comedy – User konnten Wissen und Themen aller Art teilen. Zum Start wurde Clubhouse als innovative Plattform für Diskussionen und Networking gefeiert. Und jetzt? Um es mit dem Liebesleben zu vergleichen: Clubhouse war nur eine kurze Affäre.
Die Logik hinter den Einladungscodes
Nach eigenen Aussagen nutzt Bluesky Einladungscodes, um Missbrauch vorzubeugen und so Spammern und anderen Störenfrieden, die öffentliche Konversationen manipulieren wollen, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Indem neue Anmeldungen kontrolliert werden, lässt sich Missbrauch leichter verhindern, als später aufkommende Probleme zu beheben. Langfristig sollen diese Codes Teil eines Open-Source-Tools werden, um Server-Admins bei der Moderation ihrer Communities zu unterstützen. Dieses Prinzip soll dabei helfen, Communities besser zu verwalten und zu moderieren.
Aktuell befindet sich Bluesky in der Beta-Phase, was bedeutet: Fokus auf Funktionalität und Fehlerbehebung. Eine vergleichsweise kleine Zahl an Usern testet die Plattform, identifiziert Leistungsprobleme und hilft, Bugs zu fixen. Zu viele Nutzer gleichzeitig zu haben, wäre jetzt noch zu viel des Guten – Serverkapazitäten und Bugfixing stehen im Vordergrund. Beta-Versionen sind meist fast fertig, können aber noch Fehler oder fehlende Funktionen aufweisen.
Vom weißen Vogel zum blauen Himmel?
Die Vorfreude war groß – das eigentliche Spektakel war unserer Meinung nach dann doch erstmal eine Enttäuschung. Diese rührt vor allem von der Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung und tatsächlichem Erlebnis her. User wollen etwas lieber gestern als morgen testen. Im September 2023 verzeichnete Bluesky über eine Million tägliche Nutzer:innen weltweit. Es gab sogar Berichte über eine Überlastung des Netzwerks, wodurch keine neuen Nutzer mehr aufgenommen werden konnten. Und jetzt?
Abwarten und Tee trinken!
Wir ziehen keine vorschnellen Schlüsse. Auch wenn Bluesky in unserer Bubble noch keinen Durchbruch erlebt hat, sind wir gespannt, was die Zukunft bringt. Bluesky ist noch in der Beta-Phase und hat Potenzial. Wenn die Versprechungen eingehalten werden, könnte Bluesky tatsächlich ein Gamechanger am Social-Media-Himmel werden! Was denkt ihr?
Digital Marketing Fachjargon? Kein Problem!
In jeder Branche gibt es ein geheimes Vokabular, eine Art Zaubercode, der Außenstehende oft ratlos zurücklässt. Aber keine Panik, wir sind hier, um diesen Code zu knacken. Stell dir vor, du bist auf einer Party, und alle sprechen eine Sprache, die du nicht verstehst. Genauso ist es mit dem Digital Marketing. Doch wir von Weder & Noch sind die Übersetzer, die dir helfen, alles zu verstehen und fließend zu sprechen. Wir machen nicht nur Schlagworte verständlich, sondern bieten dir auch Einblicke in die neuesten Trends und Techniken, die im Digital Marketing von heute unverzichtbar sind.
Bevor wir uns in die aufregende Welt der Kampagnenarten stürzen, lasst uns kurz innehalten und anerkennen, dass es im Digital Marketing mehr gibt als nur bunte Bilder und lustige Hashtags. Traffic, Engagement, Conversion und Awareness – Begrifflichkeiten, die uns tagtäglich umgeben. Bereit, ein wenig hinter den Vorhang des digitalen Marketings zu schauen, ohne in Fachjargon zu ertrinken? Dann schnall dich an, wir starten unsere Tour durch den Dschungel der Digital Marketing Fachbegriffe.
Paid vs. Organisch: Das Digital Marketing Dschungel-Duell
Stell dir vor, du bist auf einer Safari im weiten, wilden Digital-Dschungel. Auf der einen Seite hast du „Organisch“, das wie ein geduldiger Naturfotograf ist, der stundenlang wartet, bis ein seltener Vogel freiwillig vor die Linse flattert. Hier geht es um Inhalte, die durch ihre reine Anziehungskraft, wie magnetischer Katzen-Content, Aufmerksamkeit und Reichweite erzielen. Auf der anderen Seite steht „Paid“, der wie ein abenteuerlustiger Safari-Tourist ist, der nicht zögert, für die exklusive Jeep-Tour zu bezahlen, um direkt zu den Löwen gefahren zu werden. Paid ist das schnelle, zielgerichtete Marketing, bei dem du deine Botschaft mit ein paar gut platzierten Dollar (oder Euro) direkt vor deine Zielgruppe wirfst.
Der Sinn von Paid Content ist, schnell sichtbare Ergebnisse zu erzielen und eine breitere Zielgruppe zu erreichen. Es geht darum, den organischen Inhalten einen Boost zu geben und sie in der digitalen Welt schneller sichtbar zu machen. Organische Beiträge können von Paid-Maßnahmen profitieren, indem sie eine größere Reichweite und mehr Engagement erzielen, was wiederum langfristig zu einer stärkeren Markenbindung und Kundenloyalität führt. Kurz gesagt, mit organischen Inhalten baust du langsam eine treue Fangemeinde auf, während du bei Paid den Turbo zündest, um schnell sichtbare Ergebnisse zu erzielen und deine organischen Bemühungen zu unterstützen.
Du wunderst dich zum Beispiel, wieso das von dir auf Instagram gepostete Bild „nur“ 50 Likes hat, während dein Konkurrent, mit dem gleichen Bild und der gleichen Anzahl an Followern 500 Likes hat? Die Antwort sind Engagement Kampagnen! Um in der Bildsprache des Digital-Dschungels zu bleiben, wäre das ein Treffpunkt von Paid und Organisch. Als „Organisch“ endlich den wilden, bunten Vogel vor die Linse bekommen hat, gibt er direkt „Paid“ bescheid. Dieser kommt schnellstmöglich angerannt, um den Vogel ebenfalls abzulichten und an eine Zielgruppe zu bringen, die „Organisch“ nicht erreichen kann. In solchen Fällen werden sogenannte Engagement-Kampagnen gestartet. Diese helfen dabei, das Engagement auf organische Beiträge zu erhöhen und organische Beiträge zu unterstützen. Denn leider sehen selbst all deine Follower organisch schon längst nicht mehr jeden Post. Zeitgleich erreichst du neue Menschen, die dir dann vielleicht auch folgen und mit deinen Beiträgen interagieren. Aber eins nach dem anderen… Zur Engagement-Kampagne kommen wir noch.
Traffic: Auch außerhalb von Autobahnen
Eine Traffic-Kampagne ist wie die Einladung zur coolsten Party des Jahres, die laut ruft: „Hey, schau mal hier, wir haben was Cooles!“ Hier geht es darum, Menschen auf eine externe Plattform, meist deine Website, zu lenken. Stell dir vor, du hast ein Unternehmen und willst, dass die Leute deine neue Website besuchen. Traffic-Kampagnen sind wie digitale Straßenmusiker mit bunten Flyern, die Passanten auf dein Unternehmen aufmerksam machen und sie online in dein Unternehmen reinwinken. Dabei nutzen wir fortschrittliche Targeting-Methoden und Analysewerkzeuge, um sicherzustellen, dass deine Botschaft genau die richtige Zielgruppe erreicht.
Awareness: Spotlight on!
Awareness-Kampagnen sind wie ein Stadtschreier mit Megafon, der durch die digitalen Straßen zieht, um deine Geschichte zu erzählen. Es geht darum, ein grelles Spotlight auf deine Marke, dein Produkt oder deine Botschaft zu richten. Ohne Awareness-Kampagnen ist deine Marke wie ein geheimer Club ohne Schild – exklusiv, aber unbekannt. Diese Kampagnen sind deine Chance, dich bemerkbar zu machen und eine Community um deine Marke zu bauen. Wir setzen hier auf kreative Inhalte und Multi-Channel-Strategien, um deine Botschaft über verschiedene Plattformen hinweg zu verbreiten und so ein breites Publikum zu erreichen.
Engagement: Vom Like zum loyalen Fan
Engagement-Kampagnen sind wie der charismatische Gastgeber einer Party. Es geht nicht nur darum, Gäste anzulocken, sondern sie auch zum Tanzen, Lachen und Interagieren zu bringen. Jeder Like, Kommentar oder geteilte Beitrag ist wie Applaus aus dem Publikum. Diese Kampagnen verwandeln stille Beobachter in aktive Teilnehmer, sodass aus einem anonymen Besucher ein engagierter Fan wird. Indem wir interaktive und personalisierte Inhalte schaffen, fördern wir eine tiefere Bindung zwischen deiner Marke und deinem Publikum, was wiederum die Markentreue stärkt.
Conversion: Von Klicks zu Kunden
Eine Conversion-Kampagne ist das zielgerichtete Vorgehen, das darauf abzielt, Besucher nicht nur auf deine Seite zu locken, sondern sie zu einer spezifischen Aktion zu bewegen – sei es ein Kauf oder das Ausfüllen eines Formulars. Es ist der Moment, in dem Interessenten zu aktiven Kunden werden. Stell dir vor, du leitest jemanden in dein virtuelles Café und überzeugst ihn, nicht nur die Speisekarte anzusehen, sondern auch eine Tasse Kaffee zu bestellen. Wir verwenden fortschrittliche Segmentierung und Retargeting-Techniken, um die Konversionsraten zu maximieren und sicherzustellen, dass deine Kampagnen die bestmöglichen Ergebnisse erzielen.
Gewürzregal statt Salzstreuer: Die Kunst des vielseitigen Digital Marketing
Kampagnen zu kombinieren ist wie das Spielen von mehreren Geigen in einem Orchester – es maximiert die Harmonie und das Gesamterlebnis. Nehmen wir zum Beispiel das Zusammenspiel einer Engagement-Kampagne auf organischen Postings mit einer Traffic-Kampagne auf die Website. Während die Engagement-Kampagne die Trommel der Interaktion rührt, indem sie Likes, Kommentare und Shares erzielt, sorgt die Traffic-Kampagne gleichzeitig dafür, dass die Menschen tatsächlich den Weg auf deine Website finden. Dieser Doppelschlag ist effektiv, da du einerseits eine lebendige Community um deine Marke aufbaust und andererseits Menschen direkt zu deinem digitalen Zuhause führst. Es ist, als würdest du eine Party veranstalten (Engagement) und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Gäste den Weg zu deinem Haus finden (Traffic). Diese Strategie stellt sicher, dass deine Marke nicht nur gesehen und gehört wird, sondern auch eine konkrete Handlung – wie einen Website-Besuch – auslöst. Kurzum, die Kombination dieser Kampagnen schafft eine synergetische Wirkung, die die Effektivität deiner gesamten Marketingbemühungen steigert.
Gleiches gilt beispielsweise für eine Engagement-Kampagne in Kombination mit einer Conversion-Kampagne. Die Engagement Kampagne ist sozusagen die Vorspeise, die Appetit auf mehr macht. Durch die Engagement-Kampagne wird die Interaktion gesteigert und eine Beziehung aufgebaut. Die Marke wird sympathisch und präsent. Dann kommt das Hauptgericht – die Conversion-Kampagne. Sie nutzt die durch das Engagement geschaffene Nähe und Vertrautheit, um die Gäste zum Hauptakt zu führen – beispielsweise einen Kauf. Diese Kombination ist effektiv, weil sie das Publikum nicht nur anspricht und einbezieht, sondern es auch dazu ermutigt, einen Schritt weiterzugehen. Es ist eine Art Zaubertrick des Marketings: Erst das Publikum mit Engagement verzaubern und dann mit der Conversion den Hasen aus dem Hut ziehen. Kurzum, die Kombination dieser Kampagnen maximiert die Chance, dass Interesse in tatsächliche Aktionen umgewandelt wird.
Abhängig davon, welche Marketingaktivitäten wir für eine Marke oder ein Unternehmen umsetzen, bestimmen wir die Kampagnenarten, die wirklich Sinn machen. Bei der Entwicklung von Kampagnen halten wir die Zielgruppe und die Ziele nicht nur im Auge – wir verfolgen sie wie ein Detektiv auf einer heißen Spur. Wir sind wie die Marketing-Ninjas, die geschickt und präzise zuschlagen, um sicherzustellen, dass jede Kampagne nicht nur die Zielgruppe umhaut, sondern auch die richtigen Ziele trifft.
KPIs: Der Schlüssel zum Erfolg im Digital Marketing
KPIs, Key Performance Indicators, sind wie der Kompass in der Welt des Digital Marketings. Sie helfen dir zu verstehen, ob deine Kampagnen den gewünschten Effekt haben. Wir interpretieren die wichtigsten KPIs für unsere Kunden und verbessern laufende Kampagnen kontinuierlich um sicherzustellen, dass unsere digitalen Marketingaktivitäten Früchte tragen.
Von der Analyse der Engagement-Raten bis hin zur Überwachung der Conversion-Raten, wir tauchen tief in die Daten ein, um die Performance deiner Kampagnen zu verstehen und strategische Entscheidungen zu treffen, die auf soliden Fakten basieren. Bereit gemeinsam mit uns tiefer in den digitalen Marketing Dschungel einzutauchen? Let’s dive in! Mehr zum Thema Digital Marketing gibt’s auf unserem Blog und Social-Media-Kanälen.