click

EXPÄND INTO THE LÄND

Als Kreativagentur lieben wir es, Marken zu entwickeln, die nicht nur auffallen, sondern auch die DNA unserer Kunden einfangen. Unser jüngstes Projekt für das Land Baden-Württemberg war dabei ein echtes Highlight: Mit der neuen Marke EXPÄND INTO THE LÄND haben wir nicht nur den digitalen Auftritt neu gestaltet, sondern auch einen innovativen Meilenstein im Bereich Künstliche Intelligenz gesetzt.

Was macht die Marke so besonders?

Die alte Investorenplattform bw-invest wurde durch eine moderne und dynamische Marke ersetzt, die internationale Investoren anspricht und die Vorzüge Baden-Württembergs als Wirtschaftsstandort auf den Punkt bringt. Der Slogan „It has never been easier to EXPÄND into Germany“ unterstreicht die Einfachheit und Attraktivität, sich in der Region anzusiedeln. Neben Informationen zu Schlüsselbranchen wie GreenTech, Quantentechnologie und IKT bietet die Plattform Erfolgsgeschichten und neueste Wirtschaftsdaten. So wird klar: Baden- Württemberg ist nicht nur ein Standort – es ist die Innovationsregion Nr. 1 in Europa.

KI trifft Branding: Unser Tool WAIKI

Ein besonderes Highlight des Projekts war die Entwicklung der KI-Lösung WAIKI. Unsere hausinterne Technologie ermöglicht es Investoren, schnell und unkompliziert auf relevante Informationen zuzugreifen. Egal, ob es um Standortdaten, Brancheninformationen oder Dienstleistungen geht – WAIKI liefert die Antworten in einem intuitiven Chat-Format. Dieser Ansatz setzt neue Maßstäbe in der Kommunikation und spiegelt den Innovationsgeist Baden-Württembergs wider. Als erste Wirtschaftsförderungsgesellschaft Deutschlands, die eine solche Lösung einsetzt, beweist BW_i, dass digitale Innovation in allen Bereichen möglich ist.

Unsere Learnings aus dem Projekt

Dieses Projekt hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Verbindung von Kreativität und Technologie ist. Vom Branding über das Design bis hin zur KI-Lösung war es eine enge Zusammenarbeit zwischen unserem Team, dem Land Baden-Württemberg und allen Beteiligten. Marie Dolzer, unsere Projektleiterin, beschreibt es treffend: „Es war inspirierend zu sehen, wie unser Team mit Leidenschaft und Innovationskraft eine Marke geschaffen hat, die weltweit Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.“

Warum wir stolz sind

Die Marke EXPÄND INTO THE LÄND steht nicht nur für eine zukunftsorientierte Strategie Baden-Württembergs, sondern auch für unsere Vision als Agentur: Marken schaffen, die begeistern, und Technologien entwickeln, die Mehrwert schaffen. Dieses Projekt zeigt, dass wir nicht nur kreative Ideen liefern, sondern diese auch mit technischen Lösungen verbinden können.

Neugierig geworden?

Wir freuen uns, dass wir ein Teil dieses Projekts sein durften und laden euch ein, die neue Plattform hier selbst zu entdecken. Und wenn ihr ähnliche Projekte plant, freuen wir uns darauf, auch eure Visionen Wirklichkeit werden zu lassen!

B2B Social Media: Mehr als nur Posts

In der digitalen Ära, in der soziale Medien eine dominierende Rolle in der Unternehmenskommunikation spielen, stößt man auf ein verbreitetes Missverständnis: Die Annahme, dass effektives Social Media Management im B2B-Bereich ohne tiefergehendes Know-how möglich sei. Zahlreiche Firmen unterschätzen oft die Komplexität der Pflege ihrer Social Media Präsenz, was in einer ineffektiven Außendarstellung resultiert. Eine maßgeschneiderte, auf die Zielgruppe abgestimmte Social Media Strategie ist heute mehr denn je erforderlich, um den dynamischen Marktanforderungen zu entsprechen und die Kluft zwischen Vertrieb und Marketing zu schließen. Die Tatsache, dass 46% der B2B-Einkäufer ihren Kaufentscheidungsprozess auf Social Media Plattformen starten, unterstreicht die unverzichtbare Rolle dieser Kanäle. Social Media im B2B-Kontext dient weniger dem direkten Verkauf, sondern der Lead-Generierung und der Positionierung als Branchenführer durch wertvolle Inhalte. Die erfolgreiche Integration von Social Media Strategien kann eine Brücke zwischen Vertrieb und Marketing bilden, Nachfrage generieren und schlussendlich zu einem Anstieg von Geschäftsabschlüssen beitragen.

Die Fehleinschätzung von Social Media im B2B-Bereich

Die anekdotischen Aussagen von Geschäftsführern, dass „Social Media ja kein Hexenwerk sei“ und daher an weniger erfahrene Mitarbeiter delegiert werden kann, zeigen eine riskante Verkennung der Realität. Diese Sichtweise ignoriert die strategische Tiefe, die für eine erfolgreiche Markenkommunikation in sozialen Netzwerken erforderlich ist. Es mangelt nicht nur an Verständnis für die Feinheiten der Unternehmens- und Zielgruppenansprache, sondern auch an Kenntnissen darüber, wie man Social Media Plattformen effektiv und für die Lead-Generierung nutzt. Ein kritischer Blick auf etliche Unternehmensprofile offenbart schnell: Viele sind ohne tiefergehende Strategie ins Leben gerufen worden – ein deutliches Zeichen für den Mangel an professionellem Know-how.

Die Bedeutung einer zielgruppenorientierten Social Media Strategie

Es herrscht ein merkwürdiger Widerspruch: Viele Unternehmen erkennen die Notwendigkeit einer auf ihre Zielgruppe maßgeschneiderten Social Media Strategie an, übergeben aber paradoxerweise die Zügel ihrer Online-Präsenz an Auszubildende bzw. nicht an Fachkräfte. Diese verstehen zwar die Grundlagen sozialer Netzwerke, aber oft fehlt ihnen das Wissen, um die spezifischen Bedürfnisse einer Unternehmenszielgruppe auf diesen Plattformen effektiv anzusprechen. Dies erfordert spezialisiertes Know-how, welches weit über die private Nutzung von Social Media hinaus geht. Jemand der einen Creator Account über die eigene Person oder den eigenen Hund hat, ist nicht automatisch dafür geeignet ein Unternehmen, vor allem im B2B Sektor, zu betreuen.

Der Kaufprozess in B2C und B2B

Im B2B-Bereich ist Social Media weniger ein direktes Verkaufstool, sondern vielmehr dazu gedacht, qualifizierte Leads zu generieren. Die Aufgabe von Social Media im B2B-Kontext ist es, das Interesse potenzieller Kunden zu wecken und sie mit wertvollen Informationen zu versorgen. Dies belegen Studien, wie z.B. vom Marktforschungsunternehmen Gartner. Rund 46 % der B2B-Einkäufer starten ihre Entscheidungsfindung auf Social Media. Die Customer Journey im B2B-Segment ist ein Marathon und kein Sprint – im Gegensatz zum B2C, wo die Zielgruppe immer wieder „Snackable Content“ fordert. Und nein, damit meine ich keine 20-sekündigen Reels, denn auch hier zeichnet sich ein deutlicher Trend bei den Plattformen ab.

Paradigmenwechsel: Von Quantität zu Qualität

Der Trend zu längeren und qualitativ hochwertigen Inhalten zeigt, dass die Zeit des schnellen und oberflächlichen Konsums sich dem Ende neigt. Plattformen wie Instagram erkennen an, dass längere Reels eine tiefere Nutzerbindung ermöglichen. Auch bei TikTok gibt es die Möglichkeit Videos mit einer Länge von bis zu 30 Minuten zu teilen. Dieser Wandel betont die Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung auf Inhalte, die der Zielgruppe einen substantiellen Nutzen bieten.

Also, ist Social Media ein Muss für jedes B2B-Unternehmen?

Ja! Aber nicht jede Plattform ist für jedes Unternehmen geeignet. Es gilt, die Kanäle sorgfältig zu wählen – Ihr Social Media Auftritt ist schließlich ein Vertriebskanal, der genauso individuell sein sollte wie Ihr B2B-Geschäft. Nicht jede Marketing-Aktivität passt zu jedem Unternehmen, aber jede sollte einen Return of Invest erzeugen. Social Media verkauft Ihr Produkt im B2B-Bereich nicht direkt, bietet aber eine unschätzbare Chance, Vertrauen bei Ihrer Zielgruppe aufzubauen und wertvolle Leads zu generieren.

Doch um diesen digitalen Erfolgsweg zu beschreiten, bedarf es Ihrer Expertise gepaart mit dem Fachwissen eines versierten Social Media Profis. Dieses Know-how können Sie durchaus intern aufbauen. Aber ich verspreche Ihnen: Die Kombination Ihrer Unternehmensexpertise mit unserem umfassenden Know-how im Social Media Bereich bildet die Grundlage für Ihren Erfolg. Mit 12 Jahren Erfahrung und zahlreichen Projekten mit B2B-Unternehmen sind wir bestens gewappnet, um Ihr Unternehmen mit einer maßgeschneiderten Social Media Strategie zu unterstützen. Kontaktieren Sie uns, um gemeinsam zu ermitteln, welche Plattformen für Ihr Unternehmen am sinnvollsten sind – denn die richtige Antwort ist definitiv nicht „alle“.

Barriere­freiheits­stärkungs­gesetz in a nutshell

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das am 28. Juni 2025 in Kraft tritt, ist eine bedeutende legislative Initiative, die darauf abzielt, die Barrierefreiheit in der digitalen Welt umfassend zu verbessern. Hierbei geht es darum, dass alle digitalen Produkte und Dienstleistungen, die öffentlich zugänglich sind, so gestaltet werden müssen, dass sie von jedem Menschen genutzt werden können. Das Internet wird dadurch zugänglicher für alle, und Unternehmen können sich über einen größeren Kundenkreis freuen – eine Win-win-Situation! Über das Thema Barrierefreiheit im Internet und dessen Relevanz in der Webentwicklung haben wir bereits im Jahr 2022 informiert. Dies stellt mittlerweile eine zwingende Anforderung dar. Im Folgenden erläutern wir die relevanten Inhalte sowie etwaige Neuerungen.

Was ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz?

Das BFSG setzt die EU-Richtlinie 2019/882, bekannt als European Accessibility Act (EAA), in deutsches Recht um und zielt darauf ab, die Zugänglichkeit von Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen. Es legt Mindestanforderungen an die Barrierefreiheit für eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen fest, einschließlich digitaler Technologien und Dienstleistungen wie Websites, mobile Anwendungen und e-Commerce-Plattformen. Besonders wichtig ist, dass auch bestehende Produkte und Dienstleistungen angepasst werden müssen, wenn sie über diesen Stichtag hinaus angeboten werden.

Welche Produkte und Dienstleistungen fallen unter das BFSG?

Unter das BFSG fallen nicht generell alle Produkte und Dienstleistungen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Anwendungsbereich ist deckungsgleich mit der Richtlinie (EU) 2019/882, die das Gesetz umgesetzt hat. In § 1 Absatz 2 und 3 BFSG werden alle Produkte und Dienstleistungen genannt, die in den Anwendungsbereich fallen.

Produkte, die unter das BFSG fallen, sind unter anderem:
  • Computer, Notebooks, Tablets, Smartphones, Mobiltelefone
  • Selbstbedienungsterminals wie Geldautomaten, Fahrausweis- und Check-in-Automaten
  • Fernsehgeräte mit Internetzugang
  • E-Book-Lesegeräte
  • Router
Dienstleistungen, die unter das BFSG fallen, sind unter anderem:
  • Telekommunikationsdienste
  • E-Books
  • auf Mobilgeräten angebotene Dienstleistungen (inklusive Apps) im überregionalen Personenverkehr
  • Bankdienstleistungen
  • Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr
  • Personenbeförderungsdienste (für Stadt-, Vorort- und Regionalverkehrsdienste nur interaktive Selbstbedienungsterminals)

Warum ist Barrierefreiheit wichtig?

Barrierefreiheit ist nicht nur eine gesetzliche Anforderung, sondern auch ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil. Eine barrierefreie Website verbessert die Nutzererfahrung für eine breite Nutzerbasis, einschließlich Personen mit temporären oder situativen Einschränkungen, wie z.B. eine verlegte Brille oder Sonnenlicht auf dem Display. Die Einhaltung der Barrierefreiheitsstandards führt zu besser strukturiertem und klarerem HTML, was wiederum die technische SEO verbessert und zu schnelleren Ladegeschwindigkeiten führt.

Technische Anforderungen und Standards

Kernstück der Umsetzung sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), die in ihrer neuesten Version (2.2) und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) spezifische technische Kriterien vorgeben. Diese umfassen Anforderungen an die visuelle Darstellung, die Bedienbarkeit, die Verständlichkeit und die Robustheit digitaler Inhalte, um sicherzustellen, dass sie von Personen mit unterschiedlichen Arten von Behinderungen genutzt werden können. Diese Standards bieten detaillierte Kriterien für die Zugänglichkeit, die von minimalen Anforderungen (Level A) bis zu den umfassendsten (Level AAA) reichen.

Inwiefern sind Websites vom Barrierefreiheitsstärkungsgesetz betroffen?

Websites fallen nicht pauschal unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, aber sie müssen barrierefrei gestaltet sein, wenn bestimmte Dienstleistungen bzw. Produkte angeboten werden. Dazu gehören:

Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr

Websites, die Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, müssen den Anforderungen des BFSG entsprechen. Dies umfasst alle Arten von E-Commerce-Plattformen und Online-Shops. Laut § 2 Nummer 26 BFSG geht es um den Abschluss von Verbraucherverträgen, wie etwa der Kauf von Produkten.

Bankdienstleistungen für Verbraucher

Websites, die Online-Banking oder andere Bankdienstleistungen anbieten, müssen ebenfalls barrierefrei sein. Diese Dienstleistungen sind in § 2 Nummer 24 des BFSG definiert und umfassen jegliche Form von Online-Finanztransaktionen.

Weitere betroffene Dienstleistungen

Neben den offensichtlichen E-Commerce- und Bankdienstleistungen müssen eventuell auch Websites, die Buchungs- oder Kontaktformulare anbieten, barrierefrei gestaltet sein. Das BFSG definiert dies als „Dienstleistungen der Telemedien“, die über Webseiten oder mobile Apps bereitgestellt und auf Anfrage von Verbrauchern abgeschlossen werden.

Anforderungen an die Barrierefreiheit

Unter dem BFSG müssen betroffene Websites sicherstellen, dass:

  • Informationen zur Barrierefreiheit der angebotenen Produkte und Dienstleistungen klar bereitgestellt werden.
  • Interaktive Funktionen wie Identifizierung, Authentifizierung und Zahlungsprozesse für alle Nutzer zugänglich, bedienbar und verständlich sind.
  • Technische Standards wie die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.2) und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) eingehalten werden, um sicherzustellen, dass alle Aspekte der Website barrierefrei sind.

Welche Kriterien sollen für eine barrierefreie Webseite erfüllt sein?

Die wichtigsten Aspekte kennen Sie bereits: responsives Design, ausreichender Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe, Textgröße (oder anpassbare Textgröße) und Schriftarten, Alternativtexte für Bilder, Untertitel für Videos und Audiodateien sowie der Verzicht auf Blinken und Blitzen. Zudem kommen einige, teilweise neue Faktoren dazu:

  • Alle Funktionen, die zur Bedienung eine Wisch- bzw. Ziehbewegung erfordern, benötigen eine Alternative, die mit Klicken oder Tippen funktioniert.
  • Elemente, die den Tastaturfokus erhalten, müssen immer zumindest teilweise sichtbar sein.
  • Zeitbegrenzungen für einzelne Interaktionen müssen für alle Menschen ausreichen sein oder die Zeitdauer bei gesteuerten Medien veränderbar sein.
  • Formulare müssen leicht zu bedienen sein und auch in Textform erläutert werden.
  • Links und Schaltflächen müssen eine Mindestgröße von 25 x 25 px haben und über die Tastatur bedienbar sein.
  • Screenreader-Kompatibilität muss vorhanden sein.
  • Der Content sollte in leichter oder einfacher Sprache geschrieben sein.
  • Hilfe in Form von Kontaktdaten, einem Kontaktmechanismus oder einem Selbsthilfeangebot muss an einheitlicher Stelle auf jeder Seite angeboten werden (ausgenommen hiervon ist Hilfe auf Schnittstellenebene, kontextbezogene Hilfe und Funktionen wie Rechtschreibprüfungen oder Anleitungen).
  • Werden kognitive Funktionstests innerhalb eines Authentifizierungsprozesses verwendet, muss eine der folgenden Kriterien erfüllt werden:
    • alternative Authentifizierungsmethode zur Verfügung gestellt;
    • ein Mechanismus zur Verfügung gestellt, der die Benutzer: innen bei der Durchführung unterstützt;
    • der Funktionstest besteht darin, Objekte zu erkennen;
    • der Funktionstest besteht darin, persönliche Inhalte zu identifizieren, die die Nutzer: innen der Webseite bereitgestellt haben.
  • Ihre Webseite muss eine barrierefrei zugängliche „Erklärung zur Barrierefreiheit“ erhalten, mit Informationen darüber, wie Sie die Barrierefreiheit sicherstellen, sowie die Teile der Webseite / des Onlineshops beschreiben, die nicht barrierefrei sind.
  • Ihre Webseite muss eine Kontaktmöglichkeit bieten, über die Nutzer: innen Barrieren melden können.

Tools zur Selbstkontrolle

Wir teilen einige Tools mit Ihnen, mit denen Sie einige Grundregeln selbst kontrollieren können. Nichtsdestotrotz weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass eine juristische Überprüfung Ihrer Webseite oder Ihres Onlineshops auf jeden Fall sinnvoll ist.

Herausforderungen und rechtliche Beratung

Die Umsetzung dieser Anforderungen kann komplex sein. An vielen Stellen bleibt das Gesetz noch undurchsichtig. Welche Interaktions­möglichkeiten auf Websites und Apps im Endeffekt genau davon betroffen sind, lässt sich aktuell nur schwer definieren. Es kann notwendig sein, bestehende Websites grundlegend zu überarbeiten und kontinuierlich zu pflegen, um den gesetzlichen Standards zu entsprechen. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, rechtliche Beratung hinzuzuziehen, um sicherzustellen, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Daher an dieser Stelle der Hinweis, dass es sich hierbei nicht um eine rechtliche Beratung bzw. Empfehlung handelt. Weitere Informationen zum Thema finden Sie u.a. hier, hier oder hier.

Fazit

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz bringt umfangreiche Anforderungen für Websites mit sich, die bestimmte Dienstleistungen anbieten. Unternehmen sollten frühzeitig beginnen, ihre digitalen Angebote anzupassen, um sicherzustellen, dass sie den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und allen Nutzern zugänglich sind. Die Investition in Barrierefreiheit ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch eine Chance, die Reichweite und Zufriedenheit der Nutzer zu erhöhen. Gern unterstützen wir Sie dabei Ihre Website barrierefrei zu gestalten.

Blauer Himmel

Stellt euch einen Himmel vor, so blau wie eine klare Sommermittagssonne, und das jeden Tag. Wünschen wir uns das nicht alle? Aber Hand aufs Herz, wer in Deutschland nutzt eigentlich schon Bluesky? Anscheinend wenige… Oder kennt ihr wirklich jemanden, der Bluesky tatsächlich nutzt? Bluesky startete mit einem Knall, ähnlich einer Silvesterparty – lange Vorbereitung, hohe Erwartungen, Einladung erforderlich und dann, zack, vorbei. Aber beginnen wir von vorn!

Was genau ist Bluesky?

Bluesky ist das neue, ambitionierte Projekt von Twitter (vor Musk) und entwickelt derzeit das AT-Protokoll (Authenticated Transfer Protocol) – ein innovatives Protokoll, das frischen Wind in die sozialen Medien bringen und mehr Freiheit sowie Effizienz bieten soll. Es könnte den Social-Media-Spielplatz neu definieren. Stellt euch vor, das Internet würde zu seinen Wurzeln zurückkehren, als jeder noch seinen eigenen Blog betrieb oder per RSS-Feed seinen Interessen folgte. Das AT-Protokoll, das bald fertig sein soll, ist die Basis für die Bluesky-App, die uns zeigt, wie ein soziales Netzwerk der Zukunft aussehen könnte – frei, unabhängig und kreativ.

Das Dilemma der sozialen Medien

Die herkömmlichen sozialen Netzwerke? Ein bisschen wie ein Club mit strikten Hausregeln. Du bist drin, aber wirklich frei bist du nicht. Wenn du die Plattform wechseln möchtest, fängst du quasi wieder bei null an: Deine Fotos, Videos, Texte und Kontakte bleiben zurück. Wer jahrelang an seiner Community baut, kann sie im Handumdrehen verlieren, wenn die Plattform sich entscheidet, die Spielregeln zu ändern. Und die Entwickler? Die tanzen nach der Pfeife des Plattformbetreibers. Ein aktuelles Beispiel? Die Reddit API – mehr dazu hier. Aber Bluesky will das ändern.

Was macht Bluesky nun konkret anders?

Bluesky und das AT-Protokoll, das übrigens Open-Source ist, verspricht Freiheit durch Dezentralisierung – wie eine gigantische Keksdose, aus der sich jeder bedienen kann, die aber niemand allein kontrollieren kann. Stellt euch vor, ihr könntet eure digitale Welt selbst gestalten, so wie ihr es wollt. Nicht mehr abhängig von den Launen eines einzelnen Netzwerkbetreibers, sondern frei und unabhängig. Mit Bluesky bist du der Chef deiner Daten und verbindest dich so, wie es dir gefällt. Es schafft ein Netzwerk, das den Nutzern die Kontrolle über ihre Daten zurückgibt und die Möglichkeit bietet, diese bei einem Plattformwechsel mitzunehmen. Forscher und Gemeinschaften werden die Möglichkeit haben, sich an der Lösung der Probleme zu beteiligen, mit denen soziale Netzwerke derzeit konfrontiert sind, und Entwickler können mit vielen neuen Formen der Interaktion experimentieren.

Plattformwechsel dank Bluesky leicht gemacht

Ein Konto auf einer zentralisierten Plattform (Facebook, Twitter, TikTok usw.) anzulegen, gleicht dem Umzug in eine fremde Stadt – man richtet sich häuslich ein und knüpft Kontakte, nur um bei einem Umzug alles zurücklassen zu müssen. Bluesky ändert das: Eure Daten und Kontakte ziehen einfach mit euch um. Es ist, als hättet ihr einen universellen Reisepass für alle sozialen Netzwerke. Gefällt dir die Plattform nicht mehr? Kein Problem, pack einfach deine Sachen und zieh um – ohne Verluste.

Ein neuer Stern am Social-Media-Himmel?

Bluesky klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Es bietet Usern ähnliche Funktionen wie Twitter: Posten, Teilen, Liken – und das alles mit dem Extra von Dezentralisierung und Kontoportabilität. Die Suche nach einer Twitter-Alternative treibt immer mehr Leute zu Bluesky. Aber wartet, da ist noch mehr!

Die Ironie hinter der Geschichte? Hinter Bluesky steckt unter anderem der Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey. Bereits 2019 kündigte er das Projekt an. 2021 startete die Initiative, und 2023, im Jahr von Elon Musks Twitter-Übernahme, löste sich Bluesky von Twitter und hat damit nichts mit Elon Musk zu tun – eine interessante Wendung, oder? Seit Februar 2023 ist die App für iOS verfügbar und seit April auch für Android-User. Aber Achtung: Der Zugang ist exklusiv und nur für Mitglieder!

Ein Club, in dem keiner sein will: Clubhouse

Erinnert ihr euch noch an Clubhouse? Das Konzept von Bluesky ähnelt dem, was Clubhouse versuchte und leider nicht ganz schaffte. Neue Mitglieder kommen per Einladungscode oder Warteliste rein. Aber mal ehrlich, wer wartet noch darauf? Der Reiz liegt im Exklusiven: Eine App, die jeder will, aber nicht jeder sofort bekommen kann. Klingt verlockend, oder? Dass die Grundintention dahinter zwar eine andere ist, wird den meisten Usern wohl aber recht egal sein. Der Grundgedanke scheint genial: Eine App zu entwickeln, die so gut ist, dass jeder sie haben will. Die Exklusivität wird sogar noch weitergedacht: Eine App entwickeln, die jeder haben will, aber nicht jeder direkt haben kann! Das ist doch die Idee! Oder?

Clubhouse verfolgte einst denselben Gedanken. Jeder wusste, dass es da einen neuen Stern am App-Himmel gibt. Jeder wollte dabei sein und sehen, was die App alles bot. Und wie lange hat das Spektakel angehalten? Wer von euch nutzt Clubhouse noch aktiv?
Exkurs: Clubhouse ist eine Social-Media-App, die 2020 populär wurde. Nutzer konnten Audio-Chatrooms erstellen und an öffentlichen Diskussionen teilnehmen. Von Technologie bis Comedy – User konnten Wissen und Themen aller Art teilen. Zum Start wurde Clubhouse als innovative Plattform für Diskussionen und Networking gefeiert. Und jetzt? Um es mit dem Liebesleben zu vergleichen: Clubhouse war nur eine kurze Affäre. 

Die Logik hinter den Einladungscodes

Nach eigenen Aussagen nutzt Bluesky Einladungscodes, um Missbrauch vorzubeugen und so Spammern und anderen Störenfrieden, die öffentliche Konversationen manipulieren wollen, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Indem neue Anmeldungen kontrolliert werden, lässt sich Missbrauch leichter verhindern, als später aufkommende Probleme zu beheben. Langfristig sollen diese Codes Teil eines Open-Source-Tools werden, um Server-Admins bei der Moderation ihrer Communities zu unterstützen. Dieses Prinzip soll dabei helfen, Communities besser zu verwalten und zu moderieren. 
 
Aktuell befindet sich Bluesky in der Beta-Phase, was bedeutet: Fokus auf Funktionalität und Fehlerbehebung. Eine vergleichsweise kleine Zahl an Usern testet die Plattform, identifiziert Leistungsprobleme und hilft, Bugs zu fixen. Zu viele Nutzer gleichzeitig zu haben, wäre jetzt noch zu viel des Guten – Serverkapazitäten und Bugfixing stehen im Vordergrund. Beta-Versionen sind meist fast fertig, können aber noch Fehler oder fehlende Funktionen aufweisen.

Vom weißen Vogel zum blauen Himmel?

Die Vorfreude war groß – das eigentliche Spektakel war unserer Meinung nach dann doch erstmal eine Enttäuschung. Diese rührt vor allem von der Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung und tatsächlichem Erlebnis her. User wollen etwas lieber gestern als morgen testen. Im September 2023 verzeichnete Bluesky über eine Million tägliche Nutzer:innen weltweit. Es gab sogar Berichte über eine Überlastung des Netzwerks, wodurch keine neuen Nutzer mehr aufgenommen werden konnten. Und jetzt? 

Abwarten und Tee trinken!

Wir ziehen keine vorschnellen Schlüsse. Auch wenn Bluesky in unserer Bubble noch keinen Durchbruch erlebt hat, sind wir gespannt, was die Zukunft bringt. Bluesky ist noch in der Beta-Phase und hat Potenzial. Wenn die Versprechungen eingehalten werden, könnte Bluesky tatsächlich ein Gamechanger am Social-Media-Himmel werden! Was denkt ihr? 

Digital Marketing Fachjargon? Kein Problem!

In jeder Branche gibt es ein geheimes Vokabular, eine Art Zaubercode, der Außenstehende oft ratlos zurücklässt. Aber keine Panik, wir sind hier, um diesen Code zu knacken. Stell dir vor, du bist auf einer Party, und alle sprechen eine Sprache, die du nicht verstehst. Genauso ist es mit dem Digital Marketing. Doch wir von Weder & Noch sind die Übersetzer, die dir helfen, alles zu verstehen und fließend zu sprechen. Wir machen nicht nur Schlagworte verständlich, sondern bieten dir auch Einblicke in die neuesten Trends und Techniken, die im Digital Marketing von heute unverzichtbar sind.

Bevor wir uns in die aufregende Welt der Kampagnenarten stürzen, lasst uns kurz innehalten und anerkennen, dass es im Digital Marketing mehr gibt als nur bunte Bilder und lustige Hashtags. Traffic, Engagement, Conversion und Awareness – Begrifflichkeiten, die uns tagtäglich umgeben. Bereit, ein wenig hinter den Vorhang des digitalen Marketings zu schauen, ohne in Fachjargon zu ertrinken? Dann schnall dich an, wir starten unsere Tour durch den Dschungel der Digital Marketing Fachbegriffe.

Paid vs. Organisch: Das Digital Marketing Dschungel-Duell

Stell dir vor, du bist auf einer Safari im weiten, wilden Digital-Dschungel. Auf der einen Seite hast du „Organisch“, das wie ein geduldiger Naturfotograf ist, der stundenlang wartet, bis ein seltener Vogel freiwillig vor die Linse flattert. Hier geht es um Inhalte, die durch ihre reine Anziehungskraft, wie magnetischer Katzen-Content, Aufmerksamkeit und Reichweite erzielen. Auf der anderen Seite steht „Paid“, der wie ein abenteuerlustiger Safari-Tourist ist, der nicht zögert, für die exklusive Jeep-Tour zu bezahlen, um direkt zu den Löwen gefahren zu werden. Paid ist das schnelle, zielgerichtete Marketing, bei dem du deine Botschaft mit ein paar gut platzierten Dollar (oder Euro) direkt vor deine Zielgruppe wirfst.

Der Sinn von Paid Content ist, schnell sichtbare Ergebnisse zu erzielen und eine breitere Zielgruppe zu erreichen. Es geht darum, den organischen Inhalten einen Boost zu geben und sie in der digitalen Welt schneller sichtbar zu machen. Organische Beiträge können von Paid-Maßnahmen profitieren, indem sie eine größere Reichweite und mehr Engagement erzielen, was wiederum langfristig zu einer stärkeren Markenbindung und Kundenloyalität führt. Kurz gesagt, mit organischen Inhalten baust du langsam eine treue Fangemeinde auf, während du bei Paid den Turbo zündest, um schnell sichtbare Ergebnisse zu erzielen und deine organischen Bemühungen zu unterstützen.

Du wunderst dich zum Beispiel, wieso das von dir auf Instagram gepostete Bild „nur“ 50 Likes hat, während dein Konkurrent, mit dem gleichen Bild und der gleichen Anzahl an Followern 500 Likes hat? Die Antwort sind Engagement Kampagnen! Um in der Bildsprache des Digital-Dschungels zu bleiben, wäre das ein Treffpunkt von Paid und Organisch. Als „Organisch“ endlich den wilden, bunten Vogel vor die Linse bekommen hat, gibt er direkt „Paid“ bescheid. Dieser kommt schnellstmöglich angerannt, um den Vogel ebenfalls abzulichten und an eine Zielgruppe zu bringen, die „Organisch“ nicht erreichen kann. In solchen Fällen werden sogenannte Engagement-Kampagnen gestartet. Diese helfen dabei, das Engagement auf organische Beiträge zu erhöhen und organische Beiträge zu unterstützen. Denn leider sehen selbst all deine Follower organisch schon längst nicht mehr jeden Post. Zeitgleich erreichst du neue Menschen, die dir dann vielleicht auch folgen und mit deinen Beiträgen interagieren. Aber eins nach dem anderen… Zur Engagement-Kampagne kommen wir noch.

Traffic: Auch außerhalb von Autobahnen

Eine Traffic-Kampagne ist wie die Einladung zur coolsten Party des Jahres, die laut ruft: „Hey, schau mal hier, wir haben was Cooles!“ Hier geht es darum, Menschen auf eine externe Plattform, meist deine Website, zu lenken. Stell dir vor, du hast ein Unternehmen und willst, dass die Leute deine neue Website besuchen. Traffic-Kampagnen sind wie digitale Straßenmusiker mit bunten Flyern, die Passanten auf dein Unternehmen aufmerksam machen und sie online in dein Unternehmen reinwinken. Dabei nutzen wir fortschrittliche Targeting-Methoden und Analysewerkzeuge, um sicherzustellen, dass deine Botschaft genau die richtige Zielgruppe erreicht.

Awareness: Spotlight on!

Awareness-Kampagnen sind wie ein Stadtschreier mit Megafon, der durch die digitalen Straßen zieht, um deine Geschichte zu erzählen. Es geht darum, ein grelles Spotlight auf deine Marke, dein Produkt oder deine Botschaft zu richten. Ohne Awareness-Kampagnen ist deine Marke wie ein geheimer Club ohne Schild – exklusiv, aber unbekannt. Diese Kampagnen sind deine Chance, dich bemerkbar zu machen und eine Community um deine Marke zu bauen. Wir setzen hier auf kreative Inhalte und Multi-Channel-Strategien, um deine Botschaft über verschiedene Plattformen hinweg zu verbreiten und so ein breites Publikum zu erreichen.

Engagement: Vom Like zum loyalen Fan

Engagement-Kampagnen sind wie der charismatische Gastgeber einer Party. Es geht nicht nur darum, Gäste anzulocken, sondern sie auch zum Tanzen, Lachen und Interagieren zu bringen. Jeder Like, Kommentar oder geteilte Beitrag ist wie Applaus aus dem Publikum. Diese Kampagnen verwandeln stille Beobachter in aktive Teilnehmer, sodass aus einem anonymen Besucher ein engagierter Fan wird. Indem wir interaktive und personalisierte Inhalte schaffen, fördern wir eine tiefere Bindung zwischen deiner Marke und deinem Publikum, was wiederum die Markentreue stärkt.

Conversion: Von Klicks zu Kunden

Eine Conversion-Kampagne ist das zielgerichtete Vorgehen, das darauf abzielt, Besucher nicht nur auf deine Seite zu locken, sondern sie zu einer spezifischen Aktion zu bewegen – sei es ein Kauf oder das Ausfüllen eines Formulars. Es ist der Moment, in dem Interessenten zu aktiven Kunden werden. Stell dir vor, du leitest jemanden in dein virtuelles Café und überzeugst ihn, nicht nur die Speisekarte anzusehen, sondern auch eine Tasse Kaffee zu bestellen. Wir verwenden fortschrittliche Segmentierung und Retargeting-Techniken, um die Konversionsraten zu maximieren und sicherzustellen, dass deine Kampagnen die bestmöglichen Ergebnisse erzielen.

Gewürzregal statt Salzstreuer: Die Kunst des vielseitigen Digital Marketing

Kampagnen zu kombinieren ist wie das Spielen von mehreren Geigen in einem Orchester – es maximiert die Harmonie und das Gesamterlebnis. Nehmen wir zum Beispiel das Zusammenspiel einer Engagement-Kampagne auf organischen Postings mit einer Traffic-Kampagne auf die Website. Während die Engagement-Kampagne die Trommel der Interaktion rührt, indem sie Likes, Kommentare und Shares erzielt, sorgt die Traffic-Kampagne gleichzeitig dafür, dass die Menschen tatsächlich den Weg auf deine Website finden. Dieser Doppelschlag ist effektiv, da du einerseits eine lebendige Community um deine Marke aufbaust und andererseits Menschen direkt zu deinem digitalen Zuhause führst. Es ist, als würdest du eine Party veranstalten (Engagement) und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Gäste den Weg zu deinem Haus finden (Traffic). Diese Strategie stellt sicher, dass deine Marke nicht nur gesehen und gehört wird, sondern auch eine konkrete Handlung – wie einen Website-Besuch – auslöst. Kurzum, die Kombination dieser Kampagnen schafft eine synergetische Wirkung, die die Effektivität deiner gesamten Marketingbemühungen steigert.

Gleiches gilt beispielsweise für eine Engagement-Kampagne in Kombination mit einer Conversion-Kampagne. Die Engagement Kampagne ist sozusagen die Vorspeise, die Appetit auf mehr macht. Durch die Engagement-Kampagne wird die Interaktion gesteigert und eine Beziehung aufgebaut. Die Marke wird sympathisch und präsent. Dann kommt das Hauptgericht – die Conversion-Kampagne. Sie nutzt die durch das Engagement geschaffene Nähe und Vertrautheit, um die Gäste zum Hauptakt zu führen – beispielsweise einen Kauf. Diese Kombination ist effektiv, weil sie das Publikum nicht nur anspricht und einbezieht, sondern es auch dazu ermutigt, einen Schritt weiterzugehen. Es ist eine Art Zaubertrick des Marketings: Erst das Publikum mit Engagement verzaubern und dann mit der Conversion den Hasen aus dem Hut ziehen. Kurzum, die Kombination dieser Kampagnen maximiert die Chance, dass Interesse in tatsächliche Aktionen umgewandelt wird.

Abhängig davon, welche Marketingaktivitäten wir für eine Marke oder ein Unternehmen umsetzen, bestimmen wir die Kampagnenarten, die wirklich Sinn machen. Bei der Entwicklung von Kampagnen halten wir die Zielgruppe und die Ziele nicht nur im Auge – wir verfolgen sie wie ein Detektiv auf einer heißen Spur. Wir sind wie die Marketing-Ninjas, die geschickt und präzise zuschlagen, um sicherzustellen, dass jede Kampagne nicht nur die Zielgruppe umhaut, sondern auch die richtigen Ziele trifft.

KPIs: Der Schlüssel zum Erfolg im Digital Marketing

KPIs, Key Performance Indicators, sind wie der Kompass in der Welt des Digital Marketings. Sie helfen dir zu verstehen, ob deine Kampagnen den gewünschten Effekt haben. Wir interpretieren die wichtigsten KPIs für unsere Kunden und verbessern laufende Kampagnen kontinuierlich um sicherzustellen, dass unsere digitalen Marketingaktivitäten Früchte tragen.

Von der Analyse der Engagement-Raten bis hin zur Überwachung der Conversion-Raten, wir tauchen tief in die Daten ein, um die Performance deiner Kampagnen zu verstehen und strategische Entscheidungen zu treffen, die auf soliden Fakten basieren. Bereit gemeinsam mit uns tiefer in den digitalen Marketing Dschungel einzutauchen? Let’s dive in! Mehr zum Thema Digital Marketing gibt’s auf unserem Blog und Social-Media-Kanälen.

Hip-Hop: Eine Blaupause fürs moderne Marketing?

Ist „Get Rich or Die Tryin'“ das Beste Hip-Hop Album aller Zeiten? Wahrscheinlich nicht. Aber eines ist sicher: Diese Phrase und der Name des Rappers 50 Cent sind Synonyme für Erfolg. Heute sitzt 50 Cent auf einem beachtlichen Vermögen und lebt einen Traum, den viele verfolgen, denn Hip-Hop gehört zu den erfolgreichsten Genres weltweit. Entsprechend viel Geld liegt bereit, nur darauf wartend, in die Taschen talentierter Sprechgesangsartisten zu fließen. Hip-Hop ist längst nicht mehr nur Musik – es ist ein globales Phänomen und eine Geldmaschine für diejenigen, die verstehen die Mechaniken für sich zu nutzen. Der Titel von 50 Cents Debütalbum hat sich von einem einfachen Intro-Titel zu einem Mantra entwickelt, das heute in der Welt des Marketings wichtiger ist, denn je.

Kurz und knapp: Das sind unsere Top 7 Learnings:

Learning 1: Deine Marke kreieren und pflegen

Deine Marke besteht mehr als nur aus Logo oder Slogan. Sie ist das Gesamtwerk deiner Kommunikation. Jeder Post, jedes Bild, jeder Touchpoint mit der Zielgruppe (Community) repräsentiert und „baut die Brand“. Nutze das bewusst und zielgerichtet, um dich abzuheben!

Learning 2: Visuelle Marker setzen (Key Visuals)

Von Tattoos bis zu Adlibs – Key Visuals helfen, Aufmerksamkeit zu erregen. Finde heraus, was als charakteristischer „Anker“ für deine Marke dienen kann.

Learning 3: Community-Aufbau und -Interaktion

Auf Plattformen wie Instagram oder LinkedIn ist es entscheidend, eine Community aufzubauen und zu füttern. Werde zum Freund deiner Follower, denn Freunden hört und vertraut man mehr.

Learning 4: Relevanz und Glaubwürdigkeit

Bleibe relevant und echt, wie Sido, der aus seinem Leben erzählt. Setze auf Storytelling, das berührt und in Erinnerung bleibt. Denn die Glaubwüdigkeit der „Brand-Persönlichkeit“ macht eine starke Marke aus.

Learning 5: Medieneinsatz nach Zielgruppe

Jedes Medium hat sein Format. Verstehe und nutze die Kanäle, die du bespielst, bewusst. TikTok erfordert z.B. anders aufbereiteten Content als YouTube – passe dich an und plane wie Rapper:innen ihre Promophase um Releases herum strategisch.

Learning 6: Grenzen des Geschäftsmodells erweitern

Erweitere dein Geschäftsmodell sinnvoll, wie RAF Camora mit seinem Buch oder Bones mit Tabak. Bleibe innovativ, aber mit Bezug zu deinem Kerngeschäft, ohne den Bogen zu überspannen.

Learning 7: Zielgerichtete Kollaborationen

Kollaborationen müssen einen Mehrwert für die Marke stiften, wie das Beispiel von Apache 207 und Udo Lindenberg zeigt. Und, ein Mehrwert muss nicht nur mehr Umsatz oder mehr Streams bedeuten – zumindest am Anfang. Eine ungewöhnliche, aber ergänzende Partnerschaft kann neue Horizonte öffnen.

Authentizität verkauft: Branding-Lektionen aus der Hip-Hop-Szene

In einer Welt, in der Marken um die Gunst der Konsumenten buhlen, erinnert uns 50 Cent daran, dass einprägsame Namen und prägnante Slogans Gold wert sind. Im Marketing geht es darum, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – mit Worten, die haften bleiben, und Marken, die Geschichten erzählen. „Get Rich or Die Tryin'“ ist nicht nur ein Albumtitel, es ist eine Einstellung, die zum Erfolg anspornt, Kreativität fördert und die Bedeutung von Zielstrebigkeit hervorhebt.

Sei du selbst!

Echte Geschichten – oder solche, die zumindest so wirken – verkaufen sich am besten, das ist in der Welt des Hip-Hops bekannt. Sido ist beispielsweise ein Meister darin, seine persönlichen Erfahrungen in Hits umzuwandeln (1000 Tattoos, Versager oder Liebst du mich). Die Interpreten verarbeiten ihre Lebensgeschichten in ihrer Musik und schaffen so eine echte Verbindung zum Publikum. Die Moral der Geschichte? Sei authentisch und täusche nichts vor – oder wenn doch, dann lass dich zumindest nicht dabei erwischen! Oder um Kollegah zu zitieren: „Und ey, ich hatte zwar meistens Glück. Doch es ist wie Bumerangwerfen – die krummen Dinger, die man dreht, kommen irgendwann auf einen zurück.“ Im Zeitalter des Internets ist es einfacher als je zuvor Informationen zu überprüfen – umso leichter ist es auch Lügen zu enttarnen und der nächste Shitstorm ist vorprogammiert! Deine Marke sollte so einzigartig, authentisch und echt sein wie ein Freestyle-Rap, der direkt aus dem Herzen kommt.

Das A und O: Auffallen, polarisieren und originell sein!

Cro‘s und Panda-Maske, RIN’s „Oh Junge“ Adlibs, Capital Bra „Lelele”-Ausrufe oder Skis Aggus Brille – alles auffällige Markenzeichen. Genau, solche Dinge bleiben im Gedächtnis. Im Marketing ist es entscheidend, sich abzuheben und aus der Masse herauszustechen. Schaffe einprägsame Key Visuals die deine Brand supporten. Ob mit einer Maske, einem unverwechselbaren Logo oder einem einzigartigen Slogan – sorge dafür, dass deine Marke unvergessen bleibt und sich von der Konkurrenz unterscheidet.

Die Macht der Kollaboration

Wenn sich zwei Rapper für einen Song zusammenschließen, ist ein Hit quasi garantiert. Ein aktuelles Beispiel ist Shirin David – ob mit AK Ausserkontrolle, Haftbefehl, Shindy oder Helene Fischer, sie erweitert ihre Zielgruppe und erreicht Hörer:innen, die sie zuvor vielleicht noch nicht kannten. Vielleicht ist Shirins Ziel der Koop mit Helene, dass sie als (ernsthafte) Künstlerin wahrgenommen wird – in einer anderen Community. In Helenes Community reitet Shirin auf einem Brand-Windschatten, der für sie einen hohen Mehrwert darstellt und zur Evolution ihrer Brand beiträgt. Genauso verhält es sich im Marketing. Capital Bras Pizza-Deal? Xatars Tiefkühl-Köftespieße? Haftbefehls Eistee namens HafTea? Das sind alles Paradebeispiele für erfolgreiche Cross-Promotion. Kooperationen erhöhen deine Reichweite und bringen frischen Wind in deine Marke. Vor allem Food-Kooperationen sind risikoarm (außer es schmeckt natürlich nicht) und können schnell und relativ unkompliziert umgesetzt werden.

Social Media – Dein digitaler Mic-Drop

In der Rap-Welt ist Social Media das Mikrofon, das nie abgeschaltet wird. Sido, die 187 Straßenbande, Badmómzjay und andere zeigen, wie es funktioniert: Posten, tweeten, teilen und ständig in Verbindung mit der Fanbase bleiben. So baust du eine Community auf, die deine Marke liebt und unterstützt. Für Marken bedeutet das, aktiv und authentisch in den sozialen Netzwerken zu sein (vorzugsweise ohne Beef) und einen direkten Draht zu den Kunden zu pflegen.

Über den Tellerrand hinausschauen

Rapper sind nicht nur Musiker – sie sind Unternehmer, Designer, manchmal sogar Autoren. Bushido zum Beispiel hat sich weit über die Musikszene hinaus einen Namen gemacht. Selbst Boomer, die oft nichts mit Rap am Hut hat, kennt Bushido. Farid Bang bietet mit seiner Modemarke „Helal Money“ neben Merchandise auch Produkte an, die Außenstehende nicht unbedingt mit ihm in Verbindung bringen würden. RAF Camora veröffentlichte 2021 seine Autobiografie „Der Pakt“ als Buch und landete prompt auf den Bestsellerlisten. Oder Toxik – bekannt als Redakteur und Interviewer bei hiphop.de hat mit einem Geschäftspartner die Agentur „The Ambition“ gegründet, die sich selbst als „Europe’s leading one-stop-shop for Hip-Hop culture“ bezeichnet. Der Mitgründer Philipp Böndel ist auch Mitinhaber der Düsseldorfer Agentur „BUTTER.“ Deine Marke sollte ebenfalls über den Tellerrand hinausschauen – erweitere deinen Horizont und probiere neue Dinge aus.

Fazit: Rap-Star-Weisheiten fürs Branding

Wenn jetzt die Stimmen laut werden und aus der Menge „Sellout“ geschrien wird, ist das natürlich nichts Neues und gehört zum Hip-Hop wie Dr. Dre, Biggie oder 2Pac. Solche Rufe sind fast ein Gütesiegel für den Erfolg; sie signalisieren, dass ein Künstler eine bedeutende Stufe der Anerkennung erreicht hat – einen Punkt, an dem die kommerzielle Anziehungskraft genauso stark ist wie die Glaubwürdigkeit auf der Straße. Es ist der Moment, in dem Künstler aus der Nische in den Mainstream übergehen und ihre Kunst mehr Ohren erreicht. Das Phänomen des „Sellouts“ ist also nicht nur ein Zeichen für den kommerziellen Durchbruch, sondern auch ein Indikator für die dynamische Kultur des Hip-Hops, in der Authentizität und Kommerz ein spannendes Battle-Rap-Match führen.

Also check unsere Learnings nochmal und überleg dir, wie du das auf deine Brand bzw. auf dein Marketing übertragen kannst. Mehr zum Thema Branding, Strategie und Social gibt’s auf unserem Blog und Social-Media-Kanälen.

Seit Juli 2023 ist Metas soziales Netzwerk Threads in über 100 Ländern verfügbar. Heute ist es soweit: Meta startet seine neueste Errungenschaft, Threads, in der EU. Aber sind wir wirklich bereit für diesen neuen Stern am Social-Media-Himmel, oder ist das nur ein weiterer Versuch, unsere Aufmerksamkeit zu erhaschen? Wir packen die Lupe aus und schauen uns das Ganze mal genauer an! 

Was ist Threads eigentlich?

Kurz gesagt, Threads ist Metas neuester Vorstoß in die Welt der Social Media. Es ist mal wieder eine Copy Cat. Diesmal zu Twitter. Laut Meta soll die Plattform darauf abzielen, die Art und Weise, wie wir kommunizieren, zu verändern. Aber seien wir ehrlich: Wir haben das schon oft gehört. Jedes Mal, wenn eine neue Plattform auf den Markt kommt, wird sie als der nächste große Hit angepriesen. Aber kann Threads wirklich liefern? Wir beleuchten die Vor- und Nachteile. 

Pro: Platz am Markt

Es gibt einen Markt für eine frische, unbelastete Plattform, besonders jetzt, wo Twitter bzw. X seine besten Zeiten hinter sich hat. Meta hat bereits bewiesen, dass es beliebte Funktionen anderer Apps erfolgreich kopieren und integrieren kann. Wird Threads also die Spaghetti sein, die im Meta-Universum mal wieder an der Wand kleben bleibt?! 

Con: Der Anfang: Großer Hype, gefolgt von Stille

Nach dem globalen Launch erlebte Threads einen beeindruckenden Ansturm an Downloads und brach sogar TikToks Rekord. Aber die Euphorie war kurzlebig. Die aktiven Nutzerzahlen fielen dramatisch, was das 1×1 des Onlinegames bestätigt: Hoher Traffic bedeutet wenig, wenn die Verweildauer kurz ist. Die Nutzer verlassen eine Plattform schnell, wenn sie nicht überzeugt sind – die Aufmerksamkeitsspanne liegt bei nur 0,4 Sekunden! 

Pro: Ein Experimentierfeld mit Potenzial für Unternehmen

Für Unternehmen könnte Threads interessant sein, insbesondere für jene, die bereits auf Instagram aktiv sind. Marken mit engagierter Anhängerschaft und die auf direkten Dialog setzen, könnten von Threads profitieren. Storytelling-orientierte Unternehmen wie Verlage und Medien könnten die Plattform für narrative Inhalte nutzen. Wichtig ist dabei eine einzigartige und ansprechende Markenstimme sowie die Nutzung von Humor. 

Con: Metas Ansatz: Monetarisierung über Nutzererfahrung

Generell kennt man Metas Prioritäten: Monetarisierung und Datensammlung stehen im Vordergrund, die Schaffung einer lebendigen Community scheint zweitrangig. Der Datenschutz der Nutzer scheint auch bei Threads keine hohe Priorität zu haben, insbesondere da die Nutzungsbedingungen eine Datenweitergabe an Instagram erlauben. 

Warum Threads nicht das neue Twitter sein wird

Trotz der Versuche, aus den Fehlern von Elon Musks Twitter Kapital zu schlagen, wird Threads voraussichtlich nicht die Lücke füllen, die Twitter hinterlässt. Twitter war eine Plattform mit einer eigenen, tief verwurzelten Gemeinschaft und Kultur. Threads hingegen fühlt sich an wie eine halbherzige Kopie, die mehr auf Metas Bedürfnisse als auf die der Nutzer zugeschnitten ist. Twitter zeichnete sich durch seine spontane und oft politisch geladene Kommunikation aus – ein Aspekt, den Meta traditionell zu vermeiden sucht. Diese unterschiedlichen Schwerpunkte und Nutzererfahrungen bedeuten, dass Threads kaum die Lücke füllen kann, die Twitter hinterlässt. Threads ist auch in den USA bislang nicht der Twitter-Ersatz, den sich viele erhofft haben. 

Unser Plan: Wir testen es für Sie!

Trotz unserer Skepsis sind wir natürlich direkt am Start, um Threads für Sie unter die Lupe zu nehmen. Wir sind genauso neugierig wie Sie, ob diese Plattform das Potenzial hat, ein fester Bestandteil unseres digitalen Lebens zu werden. Wir werden alle Funktionen testen, die Usability bewerten und natürlich auch einen Blick auf die Sicherheitsaspekte werfen. 

Fazit: Vorsichtige Neugier trifft auf gesunde Skepsis 

Zusammenfassend: Ja, wir sind neugierig auf Threads, wir warten ja schon seit knapp 6 Monaten darauf. Aber wir behalten auch eine gesunde Portion Skepsis bei. Wir sind gespannt, ob Meta dieses Mal den Nagel auf den Kopf trifft oder ob Threads nur ein weiterer Spaghetti an der Social-Media-Wand sein wird, die genauso schnell abfällt, wie sie aufgetaucht ist. Bleiben Sie dran, während wir alles durchleuchten und die ultimative Frage beantworten: Ist Threads das nächste große Ding oder nur ein weiterer Hype? 

Die Hartnäckigkeit eines Netzwerk-Giganten 

In der Welt der sozialen Medien bleibt Facebook ein Phänomen. „Facebook ist tot“, sagen sie. Aber Moment mal, wer sind „sie“? In den USA und Deutschland, wo fast jeder zweite Deutsche das Netzwerk nutzt, sieht die Realität anders aus. Facebook lebt – und wie! Es ist wie ein Start-up-Gründer, der gegen alle Widerstände an seine große Idee glaubt. 

Die Bedeutung der Zielgruppenanalyse 

Tiefgehende Zielgruppenanalysen sind der Schlüssel zum Erfolg. Es ist, als würde man eine Schatzkarte entziffern: Man muss verstehen, wer die Zielgruppe ist, wie sie sich verhält und was sie anspricht. Und dann kann man sich die passenden Plattformen und die darauf angepassten Marketingmaterialien aussuchen. 

Demografie: Das „überraschende“ Profil des Facebook-Nutzers 

Überraschung: Mehr als die Hälfte der deutschen Facebook-Nutzer sind Frauen, besonders im Alter von 45-54 Jahren. Ein Viertel der Nutzer ist sogar älter als 45 Jahre, man könnte fast sagen, Facebook ist wie ein guter Wein, der mit den Jahren immer besser wird und eine Zielgruppe anzieht, die hohe Kaufkraft und Entscheidungsmacht hat. Denn wer entscheidet meist, wie der Garten optisch nächstes Jahr gestaltet werden soll? 

Facebook für Marketer: Ein verstecktes Paradies 

Für Marketer, die sich auf Millennials und Gen Z konzentrieren, kommt jetzt der Weckruf: Kennt euer Produkt und eure Zielgruppe. Du verkaufst hochpreisige Produkte? Die älteren Semester sind auf Facebook und sie haben Geld für Luxusgüter wie Whirlpools und exklusive Urlaube. Facebook ist ihr Spielplatz, und sie sind bereit, auf Werbung zu reagieren, die ihnen über den Weg läuft. Was uns zum nächsten Punkt bringt … 

Engagement und Aufmerksamkeit: Die unterschätzten Vorteile der Best Ager 

Hier kommt der Clou: Ältere Nutzer auf Facebook sind wie Trüffelschweine auf der Suche nach Inhalten. Aufmerksamkeitsspanne geringer als bei einem Goldfisch? Das trifft nicht auf die Zielgruppe 50+ zu. Sie erkennen oft nicht den Unterschied zwischen Anzeigen und organischen Beiträgen und interagieren daher stärker. Das Ergebnis? Eine höhere Engagement Rate für deine Inhalte. Aber auch hier gehen die Werte zurück, also vergiss nicht, auch die organischen Postings mit Mediabudget zu unterstützen. Und bitte nicht auf den „Bewerbe“-Button unter dem Bild klicken, kontaktiere uns für eine effektivere Strategie, bevor du unnötig Budget investierst. 

Werbedruck und Reichweite: Ein zweischneidiges Schwert 

Obwohl die Reichweite bei jüngeren Zielgruppen abnimmt, bleibt Facebook für bestimmte Zielgruppen und Branchen, wie oben beschrieben, unverzichtbar. Geringerer Werbedruck im Vergleich zu anderen Plattformen öffnet neue Türen. Facebook ist wie ein erfahrener Schachspieler, der seine Züge sorgfältig plant und seine Gegner geschickt ausmanövriert. 

Fazit: Totgesagte leben länger 

„Facebook ist tot?“ Ganz und gar nicht. Mit über 3 Milliarden monatlichen Nutzern weltweit ist Facebook ein starker, verlässlicher Riese in der digitalen Marketinglandschaft. Es mag nicht mehr das schillernde neue Ding am Social Media-Himmel sein, aber es ist ein Platz, an dem Marken wachsen und gedeihen können, insbesondere wenn sie ältere Zielgruppen ansprechen wollen. Das soll aber natürlich gleichzeitig nicht heißen, dass alle anderen Plattformen irrelevant wären. Es lasses sich schließlich auch Luxusreisen über Instagram und TikTok bewerben. 😉 

Tech-Giganten im Schachmatt!

„Das Internet – ein Wilder Westen, wo einige wenige Giganten die Regeln bestimmen.“ Doch damit ist bald Schluss. Lasst uns gemeinsam in das neue EU-Gesetz eintauchen, das für Gerechtigkeit im digitalen Raum sorgt!

Das große Why? Ein Blick hinter den Vorhang.

Der Aufstieg von Technologiegiganten und die rapide Zunahme digitaler Dienste haben die Art und Weise, wie wir Informationen konsumieren und kommunizieren, revolutioniert. Doch mit diesem Wandel sind auch Herausforderungen und Bedenken entstanden, die in den vergangenen Jahren schon mehrfach diskutiert wurden und nun eine Reaktion erforderten. Das Gesetz über digitale Dienste soll die ungebremste Macht der Tech-Unternehmen zügeln und den Nutzer wieder ins Zentrum stellen.

Ziele klar im Blick: Was will das EU-Gesetz erreichen?

Das Gesetz über digitale Dienste verfolgt eine breite Palette von Zielen, die darauf abzielen, die digitale Welt sicherer und gerechter zu gestalten.

Eines der Ziele ist es, die Entfernung illegaler Inhalte zu erleichtern und ihre Verbreitung zu bekämpfen. Besonders im Fokus stehen hier Inhalte wie Hassrede und gefälschte Produkte, welche durch eine verstärkte Überwachung und Maßnahmen zur Entfernung den Nutzer schützen.

Außerdem schützt das Gesetz die Grundrechte der Nutzer, einschließlich Autonomie und Schutz vor manipulativen „dunklen Mustern“ – unerwünschte Designtricks. Ziel ist die Integrität der Online-Erfahrung und die Priorisierung der Nutzerinteressen. Insgesamt geht es um eine ausgewogene Balance zwischen Nutzerschutz, illegaler Aktivitätenbekämpfung und einem offenen digitalen Raum.

Neues Gesetz ist ja schön und gut, aber wer muss jetzt eigentlich was machen?

Das EU-Gesetz über digitale Dienste, oder auch bekannt unter „The Digital Services Act„, hat einen weitreichenden Anwendungsbereich und betrifft eine breite Palette von Akteuren im Online-Dschungel. Ganz gleich, ob die Plattform innerhalb oder außerhalb der EU betrieben wird: Solange die Online-Dienste in der EU angeboten werden, muss sich der Anbieter an das neue Gesetz halten. Es sind also nicht nur die EU-weiten Plattformen, die sich umstellen müssen, sondern auch die großen Player aus den USA und China, die schon seit Jahren großen Einfluss auf die Internetlandschaft haben.

Die größten Plattformen mussten sich auch schon umstellen. Denn diese müssen sich schon seit Juli dieses Jahres an das Gesetz halten. Für die restlichen Plattformen wird es erst im Februar 2024 ernst. Denn ab dem 17.02.2024 müssen sich alle Plattformen an das neue Gesetz halten. So haben die Unternehmen noch etwas Zeit, sich darauf einzustellen und die passenden Maßnahmen zu treffen.

Was hat das für Konsequenzen für die Plattformen?

Das Gesetz über digitale Dienste beeinflusst Online-Plattformen und Suchmaschinen stark. Sie müssen ihre Systeme anpassen, um Privatsphäre, Sicherheit und Jugendschutz zu gewährleisten. Das schließt gezielte Kinderwerbung aus und erfordert umfassende Datenänderungen.

Zudem müssen Plattformen illegale Inhalte bekämpfen, ohne die Meinungsfreiheit zu beeinträchtigen – ein Drahtseilakt, der zumindest bei Meta schon in der Vergangenheit nicht immer perfekt funktioniert hat. Das Gesetz reguliert auch die Durchsetzung von Geschäftsbedingungen, um die Nutzer fair zu behandeln.

Nicht zuletzt müssen Plattformen gegen Desinformation vorgehen, da falsche Informationen sich schnell verbreiten können. Das Gesetz verlangt verstärkte Anstrengungen zur Förderung von Fakten und zur Reduzierung von Fehlinformationen. Insgesamt bedeutet dies eine grundlegende Überarbeitung der Betriebsweise von Plattformen und eine größere Verantwortung gegenüber Nutzern und der Gesellschaft.

Was bedeutet das für Werbetreibende auf den großen Plattformen?

Das Gesetz über digitale Dienste hat auch spezielle Konsequenzen für Werbeplattformen wie Google Ads und Meta Ads (früher Facebook Ads), die einen erheblichen Einfluss auf die Welt der digitalen Werbung haben. Eine der größten Veränderungen betrifft die Art und Weise, wie diese Plattformen gezielte Werbung schalten können. Laut Gesetz müssen sie ihre Systeme anpassen, um ein höheres Maß an Privatsphäre, Sicherheit und Jugendschutz zu gewährleisten. Das bedeutet, dass gezielte Werbung, die auf dem Profiling von unter 18-Jährigen basiert, nun nicht mehr erlaubt ist, was die Ausrichtung und das Zielen von Anzeigen auf diese Altersgruppe erheblich beschränkt.

Darüber hinaus sind Plattformen wie Google Ads und Meta Ads verpflichtet, verstärkte Maßnahmen zu ergreifen, um gegen illegale Inhalte und Desinformation vorzugehen. Dies betrifft insbesondere Anzeigen, die falsche oder irreführende Informationen verbreiten. Die Plattformen müssen sicherstellen, dass ihre Werbeinhalte den neuen Standards entsprechen und nicht zu Desinformation oder rechtswidrigen Aktivitäten beitragen.

Im Großen und Ganzen müssen die Geschäftsmodelle von Werbeplattformen aufgrund dieser Veränderungen neu ausgerichtet werden, um den gestiegenen Anforderungen in Bezug auf Datenschutz, Sicherheit und Informationsqualität gerecht zu werden. Es wird erwartet, dass diese Plattformen verstärkt in Technologien investieren werden, die es ihnen ermöglichen, unzulässige Inhalte besser zu identifizieren und zu überwachen, während sie sicherstellen müssen, dass ihre Werbekunden die neuen Vorschriften einhalten.

Die ersten Auswirkungen sind bereits spürbar, insbesondere für Werbetreibende. Zum Beispiel müssen sie sich bei Google Ads inzwischen mit ihrem Personalausweis zertifizieren, um weiterhin Werbung schalten zu können. Durch die eingeschränkten Zielausrichtungen wird es gerade bei Unternehmen, die Produkte für Jugendliche anbieten, wesentlich schwerer, diese gezielt zu erreichen. Auch bei Themen wie Ausbildungen oder Studiengängen wird es deutlich schwieriger, die richtigen Personen zu erreichen.

Unser Fazit zum EU-Gesetz über digitale Dienste für Werbetreibenden

Das Gesetz über digitale Dienste hat zweifellos erhebliche Auswirkungen auf die Welt des Online-Marketings. Während das Gesetz darauf abzielt, die Privatsphäre, die Sicherheit und den Schutz von Minderjährigen zu stärken, stellt es Werbeplattformen wie Google Ads und Meta Ads vor neuen Herausforderungen.

Die drastischen Änderungen bei der gezielten Werbung bedeuten, dass Werbetreibende sich auf weniger datenbasierte Methoden zur Ansprache ihres Publikums einstellen müssen. Dies wird zwangsläufig die Effizienz von Werbekampagnen beeinträchtigen und mehr kreative Ansätze erfordern, um die gewünschten Zielgruppen zu erreichen. Themen wie Employer Branding werden über Paid Ads deutlich schwieriger werden, gerade wenn es um Ausbildungsplätze oder Praktika geht, da minderjährige Zielgruppen nicht mehr direkt angesprochen werden können.

Zusätzlich sind Werbetreibende mit strengeren Regeln in Bezug auf die Inhalte ihrer Anzeigen konfrontiert. Die Notwendigkeit, Fehlinformationen zu bekämpfen und die Einhaltung der neuen Standards sicherzustellen, erfordert eine sorgfältige Überprüfung von Anzeigeninhalten und Kampagnen.

Die Zertifizierung und Anpassung an die neuen Vorschriften bedeuten zusätzliche Bürokratie und Anstrengungen für Werbetreibende.

Alles in allen wird das Gesetz zumindest für die Marketing-Welt viele Veränderungen mit sich bringen und das zielgerichtete Werben ein ganzes Stück erschweren, aber wie es in der Online-Welt immer so ist, kann man sicherlich auch hier kreative Lösungsansätze von Unternehmen und Werbetreibenden erwarten, die vielleicht die ein oder andere Regelung auf legale Art und Weise umgehen.

Elon Musk: Investor und Freigeist

Wenn man von Elon Musk spricht, hört die Welt zu – ob begeistert oder skeptisch. Geboren 1971 in Pretoria, Südafrika, war Musk nicht nur für kurze Zeit der reichste Mann des Planeten, sondern auch einer der ambitioniertesten Unternehmer unserer Generation. Mit nur 24 Jahren startete er mit Zip2 durch. Und dann? Ein Feuerwerk an Start-ups: Von X.com, dem Vorläufer von PayPal, über die bahnbrechenden SpaceX und Tesla bis hin zu Pionierprojekten wie OpenAI’s ChatGPT und Neuralink. Musk definiert, was es heißt, ein Technik-Vorreiter im 21. Jahrhundert zu sein!“

Und dann kam Twitter

Elon Musk ist schon lange auf der Plattform Twitter aktiv und das teilweise mit immensem Impact. Stand heute (August 2023) hat Musk 152.470.614 Follower. Am 3. April dieses Jahres hatte er beispielsweise sein Profilbild hin zu einem Bild des Dogecoin – einer Kryptowährung, ohne jegliche Erklärung, geändert. Der Wert der Kryptowährung ist daraufhin innerhalb kürzester Zeit gestiegen (Quelle: T3N, 04/2023; Link). Dies ist nur die Spitze des Eisbergs – durch seine teils provokanten und absolut zufälligen Tweets (häufig auch negativ in Richtung Twitter) bietet er zahlreiche Vorlagen für Memes – und die gibt es auch zuhauf. Musk ist mit der Plattform schon lange dicht verwoben.

Twitter ist tot, lang lebe X – Katastrophales Brand Management bei Twitter

Auf die Frage was Musk bei der Marke Twitter und im Re-Brandingprozess alles falsch gemacht hat, gibt es zahlreiche Punkte, auf die man eingehen könnte. Der Grundkonsens ist allerdings, dass nahezu jede seiner Entscheidungen, die Marke immer weiter hat bröckeln lassen – bis nun nichts mehr übrig ist. Man siehe sich nur die  Chronologie seines persönlichen Scheiterns (siehe weiter unten im Blog) an. Ohne zwingend Experte für Branding oder Marketing sein zu müssen, wird schnell klar, was alles falsch gelaufen ist. Dennoch habe ich im Folgenden auf fachlicher Ebene sieben Punkte herausgearbeitet:

1. Verlust der Markenidentität

Der schlagartige Wechsel von einem etablierten und weltweit bekannten Namen wie Twitter zu X beschädigt Markenidentität. Twitter und vor allem das Verb „tweeten“ hatte eine starke Assoziation mit den sozialen Medien bzw. der Kommunikation selbst. Der neue Name hingegen und die damit verbundene Bedeutung lässt alle im Unklaren. Wie die Taschentücher Tempo, war und ist „tweeten“ ein Gattungsbegriff und wird nicht so schnell verschwinden. Wir sprechen hier nicht über einen Schokoriegel, den man einfach mit einer schicken Kampagne rebranden könnte (z.B. wie Riders heißt jetzt Twix); wir sind im Internet – hier läuft eben vieles anders.

2. Verwirrung und Unklarheit

Der neue Name X ist nicht aufgeladen. Was ist die Marken-Philosophie? Wofür steht die Marke? Außer dafür, Mitarbeitende zu kündigen, keine Miete zu bezahlen, persönliche Fehltritte von Elon Musk und seltsame Hauruckentscheidungen zu treffen? Dies führt zur Verwirrung und damit zu fehlendem Vertrauen der Marke gegenüber. Eine Plattform, auf der (politische) Meinungen diskutiert werden sollen und die dabei gleichzeitig kaum vertrauensvoll wirkt, scheint mir als eine schlechte Kombination.

3. Fehlende Kontinuität

Ein erfolgreiches Rebranding sollte eine gewisse Kontinuität zwischen dem alten und neuen Markennamen bewahren, um einen nahtlosen Übergang für die Nutzer zu gestalten. Der radikale Wechsel zu einem völlig neuen Namen kann dazu führen, dass sich die Nutzer von der Marke entfremden und sich nicht mehr mit ihr identifizieren können.

4. Mangelnde Kommunikation

Die Gründe für den Namenswechsel und das Rebranding wurden nicht kommuniziert – vielmehr war es ein persönliches Durchsetzen seitens Musk, weil er offensichtlich ein Faible für den Buchstaben X hat. Werden die Gründe für den Namenswechsel nicht genannt, wirft das nur weitere Fragen bei den Nutzer:innen auf – beispielsweise wie sich dies auf die Nutzung der der Plattform auswirkt. So entsteht Unsicherheit. Eine klare und überzeugende Kommunikation ist entscheidend, um das Vertrauen zu bewahren – es gab nichts dergleichen

5. Verlust der Markenwerte

Twitter war bekannt und geschätzt für die politische Relevanz, Meinungsfreiheit und hatte darüber hinaus sogar eine kulturelle Bedeutung. Wenn der neue Name und das Rebranding diese Werte nicht angemessen widerspiegeln oder sie sogar verwässern, werden sich Nutzer:innen und Werbetreibende (weiterhin) abwenden.

6. Rechtliche Herausforderungen

Es gibt möglicherweise rechtliche Probleme (u.a. mit Meta) im Zusammenhang mit dem neuen Namen „X“, insbesondere in Bezug auf Namensrechte und Markenschutz. Derartige rechtliche Auseinandersetzungen können den Ruf der Marke beschädigen und zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten führen. Bei juristischen Niederlagen könnte dies sogar zur Folge haben, dass der Name wieder geändert werden muss.

7. Fehlende Einbindung der Community

Eine erfolgreiche Marke lebt von der Unterstützung und Identifikation ihrer Nutzergemeinschaft. Wenn die Nutzer:innen nicht in den Namenswechsel oder das Rebranding einbezogen wurden oder das Gefühl vermittelt bekommen, dass ihre Meinungen und Bedenken nicht berücksichtigt werden, kann dies zu negativen Reaktionen führen – und genau dies aktuell der Fall. Die Community ist das Rückgrat der Plattform. Ohne User, kein Twitter.

Zwischenfazit

Eine erfolgreiche Neugestaltung erfordert eine sorgfältige Planung, Kontinuität in der Umsetzung und ein Abwägen der potenziellen Risiken. Um sicherzustellen, dass die neuen Markenelemente die gewünschte Botschaft übermitteln und die Erwartungen der Nutzer erfüllen, bedarf es einer klaren Kommunikation – nichts davon ist geschehen, nur Gegenteiliges. Um nachvollziehen zu können, wieso die Geschichte um Twitter kein Happy End nahm, zeige ich Ihnen im Folgenden die wichtigsten zeitlichen Eckpunkte von der Idee Twitter zu kaufen bis zum Jahr 2023.

Musk und Twitter – die Chronologie einer Hassliebe

Der indirekte Startschuss für die Übernahme von Twitter fiel am 27.03.2022 mit dem Tweet, dass Musk ernsthaft darüber nachdenke, eine eigene Social Media Plattform aufzubauen, da er der Meinung sei, dass Twitter die Demokratie untergrabe und sich die Plattform nicht an die Meinungsfreiheit halte (Quelle: Spiegel, 10/2022; Link). Musk lässt leider den Fakt völlig aus dem Spiel, dass die amerikanische Verfassung, die Zensur durch private Unternehmen bzw. soziale Netzwerke gar nicht schützt – sondern nur die Zensur der persönlichen Meinung durch den Staat (BPB, 03/2020, Link) – Fakten die gern wissentlich, aber auch unwissentlich durcheinander gebracht werden.

Am 04. April 2022 kauft Musk schließlich 73,5 Millionen Twitter Aktien im Gesamtwert von 2,9 Milliarden USD – dies entspricht einem Anteil in Höhe von 9,2 Prozent und macht ihn zum größten Aktionär. Die Aktie steigt um etwa 25 %. Am Folgetag kündigt der damalige Twitter-Chef Parag Agrawal an, dass Musk in den Verwaltungsrat einziehen soll. Nach einem weiteren provokanten Tweet „Stirbt Twitter?“ und ein paar weiteren Tagen, gibt Agrawal bekannt, dass sich Musk gegen den Sitz im Verwaltungsrat entschieden hat. Nur drei Tage später, am 13.04.2023 startet Musk seinen ersten Übernahmeversuch: Er will alle Aktien zu einem Stückpreis von 54,20 USD kaufen und die Plattform von der Börse nehmen. Scheitere dieser Versuch, müsse er sein Engagement bei Twitter überdenken. Daraufhin wehrt sich Twitter und verabschiedet einen Plan, der die Rechte der aktuellen Anteilseigner stärkt und es ihnen ermöglicht diese zusätzlichen Anteile vergünstigt zu erwerben.

Weitere 10 Tage später, am 25.04.2022, gibt Twitter bekannt, dass Musk die Plattform nun für den gewünschten Preis in Höhe von 54,20 USD pro Aktie gekauft hat. Insgesamt hat Musk knapp 41 Milliarden Euro gezahlt – nun müssen nur noch die Aktionäre ihre Zustimmung geben. Nach weiteren Tweets wie „er wolle als nächstes Coca-Cola kaufen und tue wieder Kokain hinein“ kommt ihm am 04.05. zum ersten Mal die Idee auf, dass er eine Gebühr für bestimmte Nutzer einziehen möchte. Am 10.05. kündigt Musk an, dass Ex-Präsident Donald Trump wieder auf die Plattform zurückkehren soll. Weitere drei Tage später, am 13.05. pausiert Musk die Übernahme. Obwohl er bereits über 7 Milliarden Dollar von Investoren für die Übernahme eingesammelt hat, möchte er erst die Hochrechnungen des tatsächlichen Anteils von echten Usern auf der Plattform abwarten – er spricht immer wieder von unter 5 % an echten Usern – der Rest seien Bots bzw. Fake-Accounts. Im Juni geht Musk anwaltlich gegen Twitter vor, da sich der Konzern seiner Meinung nach nicht an die vereinbarten Bedingungen zu der Herausgabe von Daten zu Fake-Konten halte. So behalte er sich das Recht vor, den Deal doch noch abzusagen – möglicherweise auch ein Versuch den Preis zu drücken. Daraufhin fällt die Aktie um 6,3 Prozent.

Doch nun ist alles Geschichte. Am 08.07.2022 erklärt Musk über seine Anwälte die Kaufvereinbarung für aufgelöst. Als Grund werden die angeblich fehlenden Informationen zu den Fake-Accounts genannt. Die Aktie fällt um weitere 6 Prozent. Twitter kündigt an, Musk gerichtlich zur Übernahme zu zwingen. Im Oktober gibt Musk bekannt, dass die Vereinbarung zur Übernahme nun doch nicht aufgelöst sei und dass er diese nun doch vollziehen möchte. Das aktuell laufende Gerichtsverfahren gegen ihn wird erstmal ausgesetzt. Am 28.10.2022 endet nun das Hin und Her. Musk übernimmt Twitter und entlässt die aktuellen Führungskräfte. Musk ändert darauf seine Profilbeschreibung zu „Chief Twit“. Über den Umgang mit den Mitarbeitern und die damit verbundene Kündigungswelle befassen wir uns in diesem Blog nicht weiter – dies würde den gesetzten Rahmen sprengen.

Aber warum erkläre ich Ihnen die Chronologie so ausführlich? Ganz einfach: Um nachvollziehen zu können, wie spontan Entscheidungen getroffen werden. Nachdem Sie all dies gelesen haben, stelle ich Ihnen ein paar Fragen:  Halten Sie Musk für einen verantwortungsvollen Geschäftsführer, der mit ganz klar kalkulierten und abgewägten Entscheidungen die Marke Twitter verantwortungsvoll und meinungsunabhängig führen kann? Kann er die Werte verkörpern, für die Twitter stand? Ich lasse die Antworten offen, auch wenn Sie meine wahrscheinlich schon kennen. Mehr zur der Persönlichkeit Musks und seinen Einfluss auf die Marke Twitter erfahren Sie nun im Folgenden.

Die Faszination mit dem Buchstaben X

Dass Elon Musk eine besondere Vorliebe für den Buchstaben X hat, sollte nach der Umbenennung Twitters niemanden mehr wundern. Der Buchstabe taucht aber auch in anderen Bereichen seines Lebens und seiner Geschäftsinteressen auf:

  • Twitter heißt nun X (bereits PayPal sollte damals X heißen, doch andere Mitentscheider haben dies damals verwehrt)
  • SpaceX: Das X in SpaceX steht für Exploration
  • Tesla – Model X: Das X könnte hier als Symbol für ein fortgeschrittenes oder zukünftiges Modell stehen. (Funfact: Die anderen Modelle heißen S, 3 und Y. Liest man die 3 als (siehe Leetspeak), dann ergibt dies SEXY)
  • Sein Sohn: X Æ A-12 (ausgesprochen als Ex Ash A Twelve oder Ex Ay Archangel Twelve)
  • X.com: 1999 gründete Musk bereits die Online-Bank auf der entsprechenden Domain (die Domain verkaufte er wieder und kaufte diese vor 6 Jahren von PayPal wieder zurück; es wird geschätzt, dass er dafür rund 5 Millionen USD zahlte)
Aber warum nun die Vorliebe für das X?

Kurz und knapp: Ich weiß es nicht – ich kann nur mutmaßen. Das X hat in der Popkultur und in der Technologie oft eine futuristische, fortschrittliche oder sogar geheimnisvolle Konnotation. Es kann für das Unbekannte stehen oder für das nächste große Ding. In Mathematik und Wissenschaft wird X oft als Platzhalter oder für das Unbekannte verwendet. In der Raumfahrt steht X traditionell für experimentelle Flugzeuge und Technologien, wie in X-Plane. In der Pornoindustrie ist der Buchstabe aber auch ein gern genutztes Mittel – so war die Domain x.com lange Heimat von Inhalten zum Thema Glücksspiel und Pornographie.

Spontane Entscheidungen – Satz mit X, das war wohl nix

Seit der Übernahme Twitters von Musk wurden unzählige Änderungen eingeführt und wieder rückgängig gemacht. Allein das Vorgehen mit der Verifikations-Badge, die käuflich erworben werden konnte war ein ewiges hin und her – wer kommt da überhaupt noch mit? Neben Änderungen im Algorithmus war die größte Änderung der Namenswechsel. Aber wieso sollte man eigentlich eine (ehemals) starke Marke beerdigen?

Bisher war das „Re-Branding“ von Twitter zu X im Grunde nur eine Aneinanderreihung von schlechten bis zu sehr schlechten Entscheidungen:

  • Das provisorische X-Logo, welches in einer Nacht- und Nebelaktion über dem Twitter Headquarter aufgestellt wurde, musste rasch wieder entfernt werden. Der Grund: fehlende Genehmigungen. Einem Inspektor wurde sogar mehrfach der Zutritt untersagt.
  • Der Name „X“ ist aus SEO-Perspektive eine Katastrophe
  • Namensrechte sind unbekannt: Meta, Microsoft und viele weitere kleinere Unternehmen haben Rechte an dem Buchstaben X angemeldet
  • Die Vermieter der Twitter-Büros klagen, da Musk seit Monaten keine Miete für die Immobilien zahlt (Spiegel, 01/2023; Link)
  • Dem User Gene X Hwang der sich bereits 2007 das Handle @x auf Twitter gesichert hatte, wurde besagter Username ohne Absprache abgenommen (Business Insider, 07/2023; Link)
  • Ehemalige Angestellte klagen gegen Twitter: Es geht um mindestens vier Sammelklagen, in denen Abfindungen in dreistelliger Millionenhöhe gefordert werden (besonders zu dem Thema kann ich das Video von „Ultralativ“ empfehlen).
  • Negativer Spillover-Effekt: Mittlerweile beginnen die Fehltritte von Musk bei Twitter auch seinen anderen Marken zu schaden: Eine Studie unter Tesla-Fahrer:innen zeigt, dass diese keine Lust mehr auf Elon Musk haben (Bloomberg, 07/2023; Link)
  • Persönliche Eskapaden von Elon Musk: Er umgibt sich mit Rechtsextremen (Hamburger Abendblatt, 05/2022; Link), Antisemiten (Tagesspiegel, 05/2023; Link) Rassisten (CNN, 02/2023; Link) Misogynen (Zeit, 12/2021; Link), radikalisiert sich öffentlich (BR, 05/2023; Link) und nimmt den antirassistischen, feministischen und schwarzen Bewegungen ihren digitalen Safe Space (übrigens ist er auch Trump Supporter)
  • Seit Musks Übernahme der Plattform hat die Menge an Hatespeeches und Desinformationen zugenommen. Tweets, die Verunglimpfungen enthalten, sind um 200 % gestiegen. Tweets, die die Anbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen beinhalten, haben sich mehr als verdoppelt. Ebenso ist die Zahl an Tweets, die den Klimawandel leugnen stark angestiegen. Wird für die Blue-Badge gezahlt, wird gar nicht mehr gegen Hass vorgegangen (Tagesspiegel, 08/2023; Link)
  • Die jahrelang aufgebaute Identität und Kredibilität wurden binnen Monaten zerstört
  • In Folge der katastrophalen Entscheidungen haben sich auch sehr viele Werbekunden der Plattform abgewandt. Die Folge: Fehlende Einnahmen – Musk sieht darin eine persönliche Fehde, aber kein Eigenverschulden (Capital, 06/2023, Link)

Diese Liste könnte noch weiter fortgesetzt werden. Vor allem bei Klagen tut sich derzeit einiges. Auch Twitter klagt zurzeit zahlreiche Parteien an – ob begründet oder nicht, wird die Rechtsprechung zeigen.

Fazit

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht mehr – so ist es auch mit Marken. Denn Marken sind am Ende nichts anderes als Persönlichkeiten und Musk ist untrennbar mit seinen Marken verbunden. Seine Fehltritte wirken sich unabdingbar auf die Glaubwürdigkeit seiner Marken aus – und dies nun auch bei Twitter. Die Marke war schon immer wichtiger als die Plattform selbst. Jeder kennt den blauen Vogel, jeder kennt die Wörter Tweet bzw. etwas tweeten. Er hat buchstäblich mit seinem Handeln den Vogel abgeschossen. Mach es gut Larry!

Kontakt